Brennpunkt Blase: Harnwegsinfekte
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Harnwegsinfekte sind im fortgeschrittenen Lebensalter leider keine Seltenheit – und auch nicht immer harmlos. Umso wichtiger: frühzeitige Diagnose und wirksame Behandlung.
Es schmerzt beim Wasserlassen, der Urin sieht gerötet aus, dazu kommen Mattigkeit und womöglich eine erhöhte Körpertemperatur: typische Anzeichen einer Blasenentzündung. Im Alter allerdings geht eine Harnwegsinfektion, kurz HWI, nicht selten mit anderen, weniger eindeutigen Symptomen einher. Etwa dem unwillkürlichen Abgang von Urin. Eine bereits bestehende Inkontinenz kann sich bei einem Infekt verschlimmern. Auch dass auf der Toilette nichts mehr geht, tritt öfter auf. Wichtig: Lässt sich die Blase trotz Drang nicht entleeren, ist sofortige medizinische Hilfe nötig. Das gilt ebenfalls, wenn sich der Allgemeinzustand von Betroffenen deutlich verschlechtert, sie hohes Fieber entwickeln oder Anzeichen von Verwirrtheit zeigen.
Von Veränderungen & Vorbeugung
Zu solch unspezifischen Begleiterscheinungen einer HWI kommt es, da die Immunantwort von Senioren meist geringer ausgeprägt ist als noch in jüngeren Jahren. Zudem kann die Einnahme von Medikamenten bestimmte Symptome verändern, oder Vorerkrankungen wie Herzprobleme oder eine Demenz verdecken eigentliche Krankheitsmerkmale.
Aufgrund normaler altersbedingter Veränderungen der Harntraktes kann es zudem vermehrt zu Infektionen kommen. Bei Frauen verkürzt sich die Harnröhre, und die Schleimhaut wird dünner; das schwächt die Schließmuskelfunktion der Blase. Die Menge an Urin, die nach dem Wasserlassen in der Blase verbleibt, nimmt mit den Jahren zu; das Volumen, das das Hohlorgan halten kann, hingegen ab.
Umso wichtiger sind Maßnahmen, die einer Blasenentzündung vorbeugen. Da im Alter das Durstgefühl nachlässt, gilt es, auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Auch eine regelmäßige Entleerung der Blase ist hilfreich. Bei Frauen in der Postmenopause können vaginale Östrogene die Infektanfälligkeit reduzieren. Wer Inkontinenzprodukte nutzt, sollte diese möglichst oft wechseln.
Bitte beachten & behandeln
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen: Harnwegsinfekte gehören zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen im Alter. Die Wahrnehmung regelmäßiger medizinischer Kontrollen ist daher unerlässlich, um auch bei fehlenden oder untypischen Symptomen rasch reagieren zu können. Wurde eine HWI festgestellt, ist meist die Einnahme eines Antibiotikums sinnvoll. Der Grund: Blasenentzündung und Co. können bei älteren Menschen schneller zu Komplikationen wie einer Nierenbeckenentzündung oder gar Blutvergiftung (Sepsis) führen. Viel Flüssigkeit, Schmerzmittel und Wärmeanwendungen aus der Apotheke unterstützen die Behandlung. Sowohl begleitend zur Akuttherapie als auch vorbeugend bewährt hat sich D-Mannose: ein natürlicher Einfachzucker, der verhindern kann, dass E.-coli-Bakterien, meist die Auslöser des Infekts, an der Blasenschleimhaut anhaften.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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