Schöne Hände auf weißem Handtuch.

Fingernägel: Was bedeuten die Rillen?

druckendruckenvorlesen vorlesen

Gepflegte Fingernägel gelten als Schönheitsideal. Doch häufig ist die natürliche Nageloberfläche nicht glatt und glänzend, sondern kleine Rillen zeigen sich in der oberen Hornschicht. Wir können sie sehen – und auch spüren. Wenn Sie mit dem Finger über den Nagel fahren, fühlt er sich ungewohnt rau an.

Bei den Rillen in den Fingernägeln unterscheiden wir zwischen Längs- und Querrillen. Die Längsrillen verlaufen vom Nagelbett zur Spitze, die Querrillen von einer Seite zur anderen.

Die gute Nachricht zuerst: Wer Längs­rillen auf den Fingernägeln entdeckt, braucht sich in der Regel keine Sorgen zu machen – die Natur hat hier oft einfach ein paar Alterszeichen hinterlassen. ­Sie treten häufig mit zu­nehmendem Alter auf, weil das Na­gelwachs­tum langsamer wird und die Durchblutung im Bereich des Nagelbetts abnimmt. Genetische Veranlagung oder trockene Hände – etwa durch häufiges Händewaschen – spielen ebenfalls eine Rolle.

Und dennoch lohnt sich ein zweiter Blick. Denn in manchen Fällen können Längsrillen Hinweise auf eine körperliche Belastung oder eine zugrunde liegende Erkrankung sein. Wer zum Beispiel dauerhaft zu wenig trinkt, riskiert nicht nur Kopfschmerzen, sondern auch eine rauere Nagelplatte.

Stress hinterlässt Spuren – nicht nur im Gesicht, sondern auch auf den Nägeln. Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis) verändern mitunter das Nagelbild, ebenso wie Stoffwechselstörungen, bei denen der Körper wichtige Nährstoffe nicht ausreichend aufnimmt.

Erkrankungen der Schilddrüse oder der Leber kommen ebenfalls als Ursache infrage. Sie beeinflussen das Zellwachstum und damit auch die Struktur der Nägel. In seltenen Fällen können Längsrillen zudem mit rheumatischen Erkrankungen oder einer Infektion im Körper zusammenhängen.

Querrillen, auch Beau-Linien genannt, ziehen sich quer über den Nagel – wie kleine Schranken, die sagen: „Hier war mal kurz Pause mit dem Wachstum!“ Sie entstehen, wenn das Nagelwachstum zeitweise unterbrochen war – etwa durch eine Erkrankung, einen starken Infekt oder eine Verletzung. 

Oft sind die Rillen an mehreren Fingern sichtbar und auf gleicher Höhe. Auslöser können auch Verletzungen des Nagelbetts sein, zum Beispiel durch eine unsach­gemäße Maniküre oder eine Entzündung. Ebenso führen größere körperliche Belastungen wie Operationen oder eine Chemotherapie mitunter zu Querrillen. Ferner kommen massiver Stress und Stoffwechselerkrankungen – etwa Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion – als Ursache infrage.

Ärztlicher Rat ist gefragt, wenn die Rillen plötzlich auftreten, sich stark verändern oder mehrere Nägel gleichzeitig betroffen sind. Auch Begleitzeichen wie Müdigkeit, blasse Haut, Haarausfall, Schmerzen oder Entzündungen sind ein klares Signal: Hier lohnt sich eine medizinische Abklärung. Nägel wachsen übrigens lang­sam – etwa drei Millimeter pro Mo­nat. Was sich heute zeigt, hat seinen Ursprung meist Wochen zuvor. Der Körper erinnert sich – ganz still, aber sichtbar.

  1. Glätten mit Gefühl
    Eine sanfte Polierfeile kann kleine Unebenheiten mildern. Aber Vorsicht: Zu viel des Guten macht Nägel dünn und brüchig. Querrillen sind besonders hartnäckig. Sie brauchen vor allem eins: Geduld. Rauswachsen lassen, pflegen – und Nachsicht mit sich selbst.
  2. Ein Hauch von Zauberlack
    Sogenannte Rillenfüller schaffen schnelle Abhilfe. Die Speziallacke mit Kieselsäure oder Zellulose glätten die Oberfläche und lassen den Nagel ebenmäßiger erscheinen. Ein zarter Farblack darüber – und niemand sieht, was sich darunter verbirgt.
  3. Verwöhnen mit Öl und Creme
    Trockene Nägel lieben Pflege. Öle mit Jojoba, Mandel oder Neem schenken Feuchtigkeit und machen die Nagelplatte geschmeidig. In Kombination mit einer pflegenden Handcreme – etwa mit Panthenol, Urea oder Hyaluronsäure – bleibt die Haut rund um die Nägel weich und elastisch.
  4. Ein Schluck für die Schönheit
    Feuchtigkeit ist auch von innen wichtig. Wer regelmäßig Wasser oder ungesüßten Tee trinkt – am besten über den Tag verteilt –, unterstützt damit nicht nur Haut und Kreislauf, sondern auch das Nagelwachstum. Zwei Liter täglich sind ideal.
  5. Nährstoffe für starke Nägel
    Biotin, Zink, Eisen, Kieselerde und Vitamin A sind wahre Schönmacher von innen. Sie fördern die Bildung von Keratin – dem Baustoff unserer Nägel. Besonders praktisch: Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke oder natürliche Quellen wie Nüsse, Eier, Hülsenfrüchte und grünes Gemüse.
  6. Schutzschild
    Wenn Nägel Rillen zeigen, sind sie oft auch empfindlicher. Ein pflegender Schutzlack mit Calcium, Keratin oder stärkenden Pflanzenextrakten legt sich wie ein glättender Film über die Nagelplatte und schützt sie vor äußeren Reizen.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de

Bildnachweis: ©Tania Zbrodko – stock.adobe.com