Gut fürs Herz, gut fürs Hirn
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Herz und Gehirn sind enger verbunden, als Sie denken. Was dem einen Organ hilft, schützt auch das andere. Daher: Stärken Sie zweigleisig. Nur wie?
Rund 100.000 Mal am Tag schlägt unser Herz – und pumpt dabei frischen Sauerstoff bis in jede Zelle, auch ins Gehirn. Herz und Kopf sind dabei eng vernetzt: Über Blutbahnen, Nerven und feine Botenstoffe tauschen sie ständig Signale aus. Das Gehirn gibt Impulse, das Herz hält den Kreislauf am Laufen. Mediziner nennen dieses Zusammenspiel die »Herz-Hirn-Achse«. Was dem einen guttut, stärkt auch das andere.
Gefährlicher Teufelskreis
Der Haken an der Sache: Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Takt, leiden beide Organe. So kann Bluthochdruck mit der Zeit die Blutgefäße verengen – im Herzen ebenso wie im Gehirn – und verheerende Folgen mit sich bringen. Verstopfte Herzkranzgefäße führen zum Infarkt, blockierte Arterien im Gehirn zum Schlaganfall. Besonders tückisch: Herzinfarkt und Schlaganfall können sich gegenseitig auf den Plan rufen. Ein schwaches Herz pumpt weniger Sauerstoff ins Gehirn. Umgekehrt bringt ein Schlaganfall womöglich auch das Herz aus dem Rhythmus. Ein Teufelskreis, der beide Organe bedroht.
Herz und Seele
Auch bei einer Depression besteht ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen Herz und Hirn: So wie ein krankes Herz auf die Stimmung drückt, belasten depressive Verstimmungen, Antriebslosigkeit und negative Gedanken ebenso das Herz. Hinzu kommt, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch das Gedächtnis negativ beeinflussen können. Studien belegen: Wer einen Herzinfarkt oder eine koronare Herzkrankheit hinter sich hat, trägt ein erhöhtes Risiko für Demenz.
Gemeinsame Risikofaktoren
Bluthochdruck, Diabetes, hohe Cholesterinwerte, Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen – all diese Faktoren schädigen Herz und Gehirn gleichermaßen. Auch psychische Belastungen und anhaltender Stress setzen beiden Organen stark zu. Kritisch wird es, wenn mehrere dieser Risiken zusammentreffen – etwa Bluthochdruck in Kombination mit Diabetes oder starkem Übergewicht. Umso wichtiger ist, früh gegenzusteuern und Risikofaktoren konsequent zu reduzieren.
Vier Wege, die beiden guttun
Die gute Nachricht: Viele Maßnahmen stärken Herz und Gehirn zugleich – und lassen sich leicht in den Alltag einbauen.
1. Aktiv schützt doppelt
Moderates Training wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen bringt Herz und Kreislauf in Schwung, senkt Blutdruck und Stresshormone und versorgt das Gehirn mit Sauerstoff. Besonders effektiv sind Aktivitäten, die Ausdauer und Koordination verbinden – Tanzen etwa. Schon kleine Schritte zählen: Wer täglich eine Haltestelle früher aussteigt oder die Treppe statt des Aufzugs nimmt, sammelt wertvolle Bewegungsminuten.
2. Power aus der Küche
Die mediterrane Küche gilt nicht ohne Grund als Herz- und Hirnschutz: viel buntes Gemüse, Olivenöl, Fisch, Nüsse – und nur wenig rotes Fleisch. Besonders wertvoll sind Omega-3-Fettsäuren aus Lachs, Makrele oder Hering. Sie wirken entzündungshemmend, halten die Gefäße elastisch und unterstützen die Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Auch ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkorn, Hülsenfrüchte und Obst wirken positiv, da sie den Cholesterinspiegel senken und den Blutzucker stabilisieren.
3. Auszeiten
Entspannungstechniken wie Meditation senken den Puls, heben die Stimmung und stärken das Gedächtnis. Schon ein paar bewusste Minuten täglich können spürbar entlasten. Entspannung lässt sich überall finden: Beim bewussten Atmen in der U-Bahn, beim Lauschen der Vögel im Park oder beim achtsamen Genießen einer Tasse Tee. Wichtig ist, regelmäßige Auszeiten zu schaffen – auch wenn sie nur kurz sind.
4. Nachtruhe mit Wirkung
Im Schlaf regeneriert sich nicht nur das Herz-Kreislauf-System, auch das Gehirn sortiert Erlebnisse, baut schädliche Stoffwechselprodukte ab und tankt neue Energie. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und ausreichend Nachtruhe sind daher die beste Kur für Körper und Geist. Wer abends schwer zur Ruhe kommt: Entspannungsrituale mit einem warmen Bad, leichter Lektüre oder ruhiger Musik helfen beim Abschalten.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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