Eine Frauenhand wehrt weiteren Alkohol aus einer Weinflasche in einer Bar ab.

Guter Vorsatz: Dry January

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Wir alle wissen es: Alkohol ist ein Nerven- und Zellgift, eine Droge und zugleich ein beliebtes Genuss- und Entspannungsmittel. Eine fatale Kombi und viele von uns trinken zu oft und zu viel. Das galt vor allem für die Fest- und Feiertage im Dezember. Da kommt uns der Dry January doch gerade richtig! Dahinter steckt die gleichnamige Initiative, die vor rund zehn Jahren in Großbritannien entstand und auch bei uns immer mehr Fans findet. So halbierte sich der Alkoholumsatz im Januar 2024 im Vergleich zum Dezember 2023.

Über einen promillefreien Monat freut sich in erster Linie die Leber – unsere Entgiftungszentrale, die im Dezember unter Dauerstress stand. Kürzlich noch musste sie womöglich nicht nur jede Menge Alkohol, sondern vielfach auch die vielen fetten und süßen Speisen verstoffwechseln. Eine Erholungsphase kann sie jetzt gut gebrauchen. Aber auch Herz und Kreislauf profitieren und bereits nach vier Wochen reguliert sich der Blutdruck. Darüber hinaus sinken das Krebsrisiko und die Gefahr, Depressionen zu entwickeln. Das Immunsystem regeneriert sich, wir schlafen besser, nehmen leichter ab und haben insgesamt mehr Energie.

Alkoholverzicht bedeutet auch ein Plus für das seelische Wohlbefinden. In einer Studie der University of Sussex berichten 42 Prozent der Dry-January-Probanden, dass sie sich auch mental fitter fühlen. 57 Prozent geben an, sich besser konzentrieren zu können. Außerdem bietet eine »trockene« Zeit die Möglichkeit, Konsum und Gewohnheiten zu hinterfragen: Wann, warum und wie viel trinke ich eigentlich? Brauche ich Alkohol, um Stress abzubauen oder Spaß zu haben? Wer übrigens glaubt, ohne Alkohol ist Schluss mit lustig, der irrt: 71 Prozent der Studienteilnehmer haben festgestellt, dass sie keine Drinks brauchen, um sich zu amüsieren. Für deinen Dry January sprechen also viele gute Gründe!

31 Tage ohne Alkohol scheinen erst mal überschaubar. Dennoch ist Durchhal­tevermögen gefragt und es macht Sinn, die Challenge mit Freunden und Familie zu teilen. Auch wenn nicht alle mitmachen, so sind sie informiert und versuchen (hoffentlich!) nicht, dich zum »Gläschen in Ehren« zu überreden. Schließlich gibt es reichlich Alternativen: Wasser, Tees, Limonaden und eine enorme Auswahl an alkoholfreien Bieren, Weinen und Sekt. Apropos »Gläschen in Ehren«: Während ein Glas Rotwein am Tag lange als herzgesund galt, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mittlerweile strikt zu »Null Promille«.

Noch ein halbes Jahr nach dem Dry ­January geben 49 Prozent der britischen Studienteilnehmer an, mehr Kontrolle über ihr Trinkverhalten zu haben. Durch das Ex­periment trinken 59 Prozent insgesamt weniger Alkohol als zuvor. Und auch in Deutschland geht der Durchschnittsverbrauch jährlich zurück. Dry ist Trend und du tust vor allem dir etwas Gutes! Und wenn es im Januar nicht klappen sollte – das Jahr hat noch elf weitere Monate … 

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de

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