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Herzgesundheit: Hohes Cholesterin, riskantes Erbe

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In der Regel gilt ein ungesunder Le­bens­stil mit fettreicher Ernährung, Be­­we­gungsmangel, Rauchen und Al­ko­hol als Ursache für einen zu hohen Cho­les­terinspiegel. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel und können hier fatale Folgen haben: Schätzungsweise jeder 250. Deutsche leidet unter einer vererbten Fettstoffwechselstörung, ei­­ner fami­li­ären Hypercholesterinämie (griech. hyper: zu viel, ämie: im Blut). Betroffene ahnen meist nichts von die­ser tickenden Zeitbombe und leben mit einem rund 20-fach erhöhten Ri­siko für Gefäßverkalkun­gen, eine Arteriosklerose. Damit steigt die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall enorm.   

Im Fokus steht das »schlechte« LDL-Cho­lesterin. Anders als sein Gegenspieler, das »gute« HDL-Blutfett, lagert es an den Gefäßwänden, kann diese verengen oder gar verschließen. Passiert das in einem Herz- oder Hirngefäß, wird ein Infarkt ausgelöst. Generell gelten LDL-Werte bis 116 mg/dl (Milligramm pro De­ziliter Blut) als unbedenklich. Bei angeborener Hypercho­lesterinämie liegen sie bei 190 mg/dl und höher. Betroffene spü­ren davon lange nichts, daher erfolgt die Diagnose meist spät – oft erst, wenn junge, ansonsten gesunde Menschen wie aus heiterem Himmel einen Infarkt erleiden. 

Um die Gefahr rechtzeitig zu erkennen, sollte jeder in der Familie nach dieser Fettstoffwechselstörung fragen – frühe Herzinfarkte oder Schlaganfälle können ein Hinweis sein. Zudem ist ein Cholesterintest beim Hausarzt sinnvoll. Am bes­ten in jungen Jahren, also noch bevor so ein Test im Rahmen des Gesundheits-Check-up als Standard vorgesehen ist. In einigen Fällen deuten weiß-gelbliche Fettknöt­chen an Händen, Füßen, Knien, an der Achillessehne oder rund ums Auge, sogenannte Xanthome, auf die Fett­stoff­wechselstörungen hin. Letztlich sorgt ein Gentest für Klarheit. Er zeigt an, dass ein Gendefekt vorliegt. Auf den Zellen fehlen dann Andockstellen für Choleste­rin. Es gelangt nicht in die Zelle und wird dort verarbeitet, es bleibt im Blut und lagert sich an, wo es nicht hingehört.  

Eine familiäre Hypercholesterinämie ist nicht heilbar, aber mit Medikamen­ten gut behandelbar. Meist werden Statine verordnet. Sie blockieren ein Enzym, das Cholesterin in der Leber bildet, und verbessern dessen Abtransport im Blut. Al­ternativ kommen Medikamente zum Ein­satz, welche die Cholesterinaufnahme im Darm verhin­dern oder die Menge an LDL im Blut reduzieren. Eine konsequen­te Behand­lung mit Cholesterin- beziehungsweise Lipidblockern ist wichtig und kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall um bis zu 80 Prozent senken!

Begleitend fördert ein gesunder Le­bensstil die allgemeine Herzgesundheit. So gilt es, tierische Lebensmittel wie Fleisch, Käse, Butter und Sahne weitest­gehend zu meiden und sich vorwiegend pflanzlich zu ernähren. Ge­müse, Hülsen­früchte und hochwertige Pflanzenöle sollten bevorzugt auf dem Teller landen. Auch viel Bewegung und Ausdauersport können den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen, etwa Walken, Radfahren, Schwim­men. Der Verzicht aufs Rauchen versteht sich von selbst, ein sparsamer Umgang mit Alkohol ebenfalls.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de

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