Hohen Blutdruck natürlich senken

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Bluthochdruck lässt sich gut behandeln – mit Medikamenten und gesunden Gewohnheiten. Doch viele Menschen wissen gar nicht, dass ihre Werte deutlich über dem Normalniveau liegen. Das muss sich ändern, fordern Experten.  

„Jeder Mensch sollten seinen Blutdruck kennen“, appelliert Professor Dr. Thomas Meinertz in der Zeitschrift „Herz heute“ von der Deutschen Herzstiftung. Meinertz weiß, wovon er spricht. Denn der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung gehört nicht nur zu den renommiertesten Kardiologen des Landes, sondern ist auch selbst Hochdruckpatient. Schon in jungen Jahren wurde bei ihm die Diagnose „Hypertonie“ gestellt. 

Thomas Meinertz tat damals gleich das Richtige: Er ging die hohen Blutdruckwerte entschieden an. „Zunächst habe ich mit einem regelmäßigen Ausdauertraining begonnen und fünf Kilogramm abgenommen“, erinnert sich der Mediziner. „Meinen Alkoholkonsum habe ich eingeschränkt und versucht, den Stress in der Klinik so weit wie möglich zu reduzieren.“ Auch seine blutdrucksenkenden Arzneimittel habe er konsequent eingenommen, berichtet der Kardiologe in seinem Artikel anlässlich der diesjährigen Herzwochen. Mit Erfolg: Seither liegt sein Blutdruck im normalen Bereich, Komplikationen sind ihm erspart geblieben.     

Gefährliche Unwissenheit  

Professor Thomas Meinertz ist kein Einzelfall: Millionen Bundesbürger haben Bluthochdruck – viele allerdings, ohne davon zu wissen. Denn Hypertonie verursacht lange Zeit keine Beschwerden und bleibt deshalb häufig unentdeckt. Das ist tückisch, denn unbehandelt richtet der hohe Druck schweren Schaden an: Er ist einer der größten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. 

Vor diesem Hintergrund leuchtet ein, warum es unerlässlich ist, die eigenen Werte zu kennen. Faustregel: Jeder sollte spätestens ab dem 40. Lebensjahr seinen Blutdruck selbst kontrollieren oder regelmäßig messen lassen, etwa in der Arztpraxis oder in der Apotheke. „Ist ein hoher Blutdruck in der Familie bekannt, ist die routinemäßige Blutdruckmessung auch schon früher sinnvoll“, erklärt Professor Meinertz. 

Erfolgreiche Therapie 

Die schlechte Nachricht: Hypertonie ist nicht heilbar. Die gute: Bluthochruck lässt sich behandeln und die Gefahr für Herz und Gefäße dadurch bannen. Zum nachhaltigen Therapieerfolg führt meist die Kombination aus blutdrucksenkenden Medikamenten, die vom Arzt verordnet und in aller Regel dauerhaft eingenommen werden müssen, und einem herzgesundem Lebensstil.  

Worauf es im Alltag ankommt, um Bluthochdruck Paroli zu bieten? Unbedingt darauf, Übergewicht abzubauen und das angestrebte Normalgewicht anschließend zu halten. Wer deutlich zu viel auf die Waage bringt, sollte individuell geeignete Strategien zur Gewichtsreduktion unbedingt mit dem behandelnden Arzt bzw. der Ärztin besprechen. 

Herzgesund genießen   

Gesunde Essgewohnheiten sind generell wichtig, um die Blutdruckwerte zu senken. Als besonders günstig gilt es, nach dem Vorbild der Mittelmeerküche zu essen. Im Mittelpunkt der mediterranen Ernährung stehen naturbelassene und nur geringfügig verarbeitete Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und frischer Fisch. Mit Zucker sollte man geizen, Salz nur sparsam einsetzen. Denn zu viel Salz kann den Blutdruck in die Höhe treiben, zumindest bei Menschen mit entsprechender Veranlagung.  

Tipp: Wer im Alltag mit frischen Lebensmitteln der Saison selbst kocht und um Fertiggerichte, Instantsuppen, Knabbergebäck und Co. einen Bogen macht, spart automatisch Salz – und isst meist gleichzeitig auch deutlich weniger Zucker. Zum herzgesunden Lebensstil gehört es zudem, den Alkoholkonsum zu reduzieren und das Rauchen aufzugeben.      

In Wallung kommen 

Bewegung ist ein weiterer Baustein, um hohen Blutdruck auf natürliche Weise in den Griff zu bekommen. „Ein Mangel an Bewegung steigert die Blutdruckwerte – Ausdauertraining kann die Werte senken“, bringt es Herzspezialist Meinertz auf den Punkt. Gut geeignet sind Sportarten mit mäßiger Ausdauerbelastung – etwa schnelles Gehen, Wandern, Joggen und Radfahren. Hypertonie-Patienten sollten mit ihrem Kardiologen klären, wie oft und in welcher Intensität trainiert werden darf. 

Richtig messen

Regelmäßig den Blutdruck zu checken hilft, einer Hypertonie frühzeitig zu erkennen. Unerlässlich ist das Messen daheim, wenn der Arzt bereits einen Bluthochdruck diagnostiziert hat. Gut für die Selbstmessung geeignet sind hochwertige, leicht zu bedienende Blutdruckmessgeräte aus der Apotheke. Es gibt Modelle für die sehr genaue Messung am Oberarm und praktische Handgelenk-Messgeräte. Lassen Sie sich in der Apotheke die richtige Handhabung zeigen und erklären, worauf es bei der Blutdruckkontrolle ankommt. Wichtig ist unter anderem, dass immer zur gleichen Zeit, am selben Arm und in aller Ruhe gemessen wird. 

Quelle: www.ratgebergesund.de

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