Kinderteller unter der Lupe

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Pommes mit Mayo, Chicken-Nuggets, Fischstäbchen, Pancakes – die Auswahl und Vielfalt der Kindergerichte auf den Speisekarten hält sich in Grenzen. Klar, Fritten und Co. kommen bei kleinen Gästen meist gut an. Salat, Gemüse oder Vollkorn, Fehlanzeige! Von einer gesunden Mahlzeit kann da keine Rede sein. Zu dem Ergebnis kommt aktuell die Verbraucherzentrale Hessen. Sie hat bundesweit 100 Speisekarten mit insgesamt rund 450 Kinder-Gerichten unter die Lupe genommen. Nur ein Viertel konnte überzeugen.

Kritikpunkt Nummer eins: der hohe Kaloriengehalt, vor allem durch ungesunde Dickmacher wie Panaden, Ketchup und Sahnesaucen. Angesichts der Tatsache, dass mittlerweile knapp jedes fünfte deutsche Kind ab zwei Jahren (19,3 Prozent) übergewichtig ist, macht der Blick auf den Kinderteller durchaus Sinn.

Wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Ballaststoffe …? Meist Mangelware, denn Salat, Rohkost, Gemüse, Vollkornnudeln oder -reis stehen oft gar nicht auf der Karte für die Kids. Dafür gibt‘s im Kinder-Menü häufig noch Limo und Eis dazu, also jede Menge Zucker inklusive.

Grundsätzlich gesünder und dennoch lecker sind Fleisch und Fisch naturbelassen gegrillt oder gebraten, Kartoffeln gekocht und nicht frittiert, dazu eine bunte Gemüsebeilage oder Rohkost zum Knabbern – alles appetitlich angerichtet, etwa mit Kräutern oder essbaren Blüten und leichten Dips statt fetten Saucen. Bei Reis und Nudeln sind Vollkornvarianten die bessere Wahl und mit Tomatensauce treffen sie fast immer den Geschmack. Als Durstlöscher eignen sich Saftschorlen, Mineral- oder Leitungswasser. So weit so gesund, aber auf den meisten Speisekarten nicht zu finden.

Zum Glück gibt es Alternativen zu klassischen Kindertellern: Du bestellst einfach nur eine Vorspeise oder einzelne Beilagen, die dem Nachwuchs schmecken. Meist ist der Hunger eh nicht so groß und das reicht vollkommen. Oder du fragst nach einem »Räuberteller«. Mit diesem leeren Teller gehen Kids auf Beutezug bei den Erwachsenen-Gerichten. Sie dürfen sich herauspicken, was sie anlacht. Da die Kleinen im Restaurant oft experimentierfreudiger als zu Hause sind, lernen sie so die Vielfalt an Lebensmitteln kennen und lieben. Dabei ist entscheidend, was es auf deinem Teller zu räubern gibt. Übrigens auch eine Aufforderung an dich, ein gesundes Gericht zu wählen.

Den Guide Michelin für Kinderküche gibt es nicht und du musst selbst prüfen, wo du mit der Familie essen gehen willst. Also die Speisekarte checken. Dabei musst du nicht unbedingt nach »Kindertellern« Ausschau halten, wichtiger ist die Auswahl der Gerichte überhaupt. Kläre, ob alles auch in kleinen Por­tionen bestellt werden kann und Dog­­gybags angeboten werden. Auch auf das Umfeld und Goodies für Kids kommt es an – gibt’s Kinderstühle, Spiel­ecken und genügend »Auslauf«? Die Kleinen mögen nicht stundenlang still am Tisch sitzen und gehen gern auf Erkundungstour. Manche Restaurants werben mit Extras für die kleinen Gäste, mit Lollis oder anderem Süßkram oder auch mit Tisch-Sets, die ausgemalt und mitgenommen werden können. Ganz klar, was da die bessere Wahl ist …

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de

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