Kur oder Reha: Was steht mir zu?

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Grundsätzlich hat jeder Kranken- oder Rentenversicherte den Anspruch auf eine Kur oder Reha. Beide müssen beantragt und ärztlich begründet werden. Kur und Reha unterscheiden sich jedoch, auch wenn die Begriffe im Sprachgebrauch oft gleichgesetzt werden.

Eine Kur ist für stark belastete, ansonsten aber gesunde Menschen gedacht. Sie zählt zu den Präventionsmaßnahmen, wird auch Vorsorge-Kur genannt und soll Betroffene wieder fit für den Alltag machen. Schwerpunkte sind etwa Massagen, Bäder, Bewegung, Entspannung und Gesprächskreise. Bekannte Beispie­le: Mutter-Kind- und Vater-Kind-Kuren sowie Erholungskuren für pflegende Ang­ehörige.

Eine Rehabilitation, kurz Reha genannt, gehört hingegen zu den medizinischen Maßnahmen für bereits erkrankte Menschen. Sie zielt darauf ab, dass Patienten nach einem Unfall, Klinik­aufenthalt oder einer Erkrankung wieder auf die Beine kommen und bestmöglich am Leben teilhaben. Dafür werden etwa Physio- und Ergotherapien, psychologische Unterstützung und Ernährungsberatung angeboten.

Kuren und Reha-Maßnahmen müssen Sie beim Kostenträger, der Kranken- oder Rentenkasse oder der gesetzlichen Unfallversicherung (bei Arbeitsunfällen) beantragen. Für Kuren ist die Krankenkasse zuständig, für Rehas von Berufstätigen die Rentenkasse und bei Rentnern wiederum die Krankenkasse. Dort fordern Sie einen Antrag an – geht meist auch online – und füllen ihn zusammen mit Ihrem Haus- oder Facharzt aus. Der Antrag muss begründet werden und dafür attestiert Ihr Arzt die medizinische Notwendigkeit. Sollte er abgelehnt werden, können und sollten Sie innerhalb eines Monats Einspruch einlegen.

Der Arzt hält im Antrag fest, ob er zu einer ambulanten Kur/Reha oder einer stationären rät. Empfiehlt der Arzt einen stationären Aufenthalt, muss er bescheinigen, dass ambulante Möglichkeiten ausgeschöpft sind oder nicht infrage kommen.

Eine Kur oder Reha dauert in der Regel drei Wochen. Sie können jedoch eine Verlängerung auf vier bis zu sechs Wochen beantragen. Die Kosten übernimmt die zuständige Kranken- oder Rentenkasse. Bei stationären Aufenthalten wird eine Zuzahlung fällig: maximal zehn Euro täglich an höchstens 42 Tagen im Jahr. Berufstätige müssen für eine Kur ihre Urlaubstage investieren, bei einer Reha sind sie krankgeschrieben. Nach drei Jahren können Sie erneut einen Kur- oder Reha-Antrag stellen.

Grundsätzlich dürfen Sie die Klinik frei wählen. Allerdings sollte sie für Ihre Erkrankung geeignet sein, einen Versorgungsvertrag mit den Kassen haben und nach geltenden Qualitätsstandards (QMS-REHA) zertifiziert sein. Wenn Sie eine oder mehrere Wunschkliniken haben, sollten Sie diese gleich im Antrag angeben. Wird er bewilligt, vereinbaren Sie nur noch den Termin und es kann losgehen!

Suchhilfe für Kur- und Rehakliniken: www.rehakliniken.de, www.deutscher-heilbaederverband.de

Für mehr Informationen: Bundesverband Rehabilitation: www.bdh-reha.de, Rentenversicherung: www.deutsche-rentenversicherung.de

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de

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