Vater und Tochter putzen Zähne im Badezimmer.

Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung für Kinder?

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Die Zähne von Kindern befinden sich in der Entwicklung: Milchzähne fallen aus, bleibende Zähne wachsen nach, das Kieferwachstum verändert sich. In dieser Phase können kieferorthopädische Behandlungen, Fissurenversiegelungen oder professionelle Zahnreinigungen notwendig werden.

Während die gesetzliche Krankenkasse nur medizinisch notwendige Leistungen, wie zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen und Füllungen, übernimmt, bleibt vieles privat zu zahlen. Eine gute Zahnzusatzversicherung kann hier helfen, die finanzielle Belastung zu verringern.

Etwa jedes zweite Kind in Deutschland bekommt im Laufe der Schulzeit eine Zahnspange. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten allerdings nur bei medizinisch notwendigen Korrekturen und erst ab KIG-Stufe 3 (Kieferorthopädische Indikationsgruppen).

Das bedeutet:

  • Bei leichten Fehlstellungen (KIG 1–2) zahlen Eltern die Behandlung vollständig selbst.
  • Auch ästhetische, aber medizinisch nicht zwingend notwendige Maßnahmen werden nicht übernommen.
  • Zusätzliche Leistungen wie unsichtbare Brackets, keramische Halterungen oder linguale Spangen gelten als Privatleistungen.

Eine Zahnzusatzversicherung kann je nach Tarif einen Großteil dieser Kosten abdecken – oft auch rückwirkend, wenn sie rechtzeitig abgeschlossen wurde (idealerweise vor Beginn der Behandlung).

Beim Abschluss einer Zahnzusatzversicherung für Kinder sollten Eltern besonders auf folgende Punkte achten:

  • Kieferorthopädie (KFO): Hohe Erstattungsquote für Spangenbehandlungen, idealerweise ohne Einschränkung auf KIG-Stufen.
  • Prophylaxe: Übernahme von professionellen Zahnreinigungen oder Fissurenversiegelungen (nur die Versiegelung der beide hinteren, großen Backenzähne ist eine Kassenleistung bei unter 18-Jährigen).
  • Zahnersatz und Füllungen: Ersatz für Milchzähne ist meist irrelevant, aber ab dem Schulalter können hochwertige Füllmaterialien oder Versiegelungen sinnvoll sein.
  • Wartezeit: Einige Versicherungen haben eine Wartezeit von mehreren Monaten – ein frühzeitiger Abschluss ist daher ratsam.

Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder kann Eltern langfristig finanziell entlasten – vor allem bei aufwendigen kieferorthopädischen Behandlungen. Steht allerdings schon fest, dass keine größeren Eingriffe notwendig sind oder das Risiko für Zahnfehlstellungen gering ist, kann es wirtschaftlich sinnvoller sein, einzelne, kleinere Leistungen einfach selbst zu bezahlen. 

Tipp: Lassen Sie sich vor einem Abschluss individuell beraten, am besten in Kombination mit einer Einschätzung Ihres Zahnarztes oder Kieferorthopäden, welche Behandlungen in Zukunft wahrscheinlich sein könnten. 

Quelle: Staude GmbH, Oberhausen – www.staude.de

Bildnachweis: ©Jacob Lund – stock.adobe.com