Mama, ich hab Bauchweh
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Kinder klagen erstaunlich oft über Bauchschmerzen – die Gründe dafür sind so vielfältig wie die sanften Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern und die kleine Mitte wieder zu beruhigen.
Plötzliches Weinen, ein schmerzverzerrtes Gesicht – viele Eltern kennen die Szene nur zu gut: Der Nachwuchs hat Bauchweh. Und das nicht selten. Tatsächlich gehört das Zwicken im Bauch zu den häufigsten Beschwerden im Kindesalter.
Ein üppiger Nachtisch, hastiges Essen, Aufregung oder Kummer – alles kann dem empfindlichen Verdauungssystem zusetzen. Häufige Auslöser sind zu große Portionen, fettige Speisen, blähende Lebensmittel oder ein Infekt. Auch emotionale Belastungen wie Streit oder Leistungsdruck schlagen Kindern sprichwörtlich auf den Magen.
Nicht zu vergessen: Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Manche Kinder reagieren auf Milchzucker (Lactose) oder Fruchtzucker (Fructose) mit Blähbauch, Krämpfen oder Durchfall. Für Babys sind Dreimonatskoliken eine Qual. Womöglich steckt sogar eine Blinddarmentzündung dahinter – im Kindesalter und in der Jugend gar nicht so selten.
Aufmerksam beobachten
Wenn Beschwerden öfter auftreten, ist detektivischer Spürsinn gefragt. Überlegen Sie: In welchen Situationen zwickt es? Nach dem Essen? Vor Klassenarbeiten?
Ein Schmerztagebuch kann helfen, Zusammenhänge zu erkennen. Auch der Speiseplan verdient einen genauen Blick: Zuckerreiche Snacks, sprudelnde Getränke oder ballaststoffreiche Kost in zu großen Mengen belasten kleine Bäuche unnötig.
Mehr Struktur im Alltag, bewusste Pausen und ausreichend Bewegung fördern nicht nur die Verdauung, sondern auch das Wohlbefinden. Und ganz wichtig: Viel trinken – am besten stilles Wasser oder ungesüßten Tee.
Sanfte Erste Hilfe
Wenn keine ernste Ursache dahintersteckt (beim Kinderarzt abklären lassen), können kleine Maßnahmen erstaunlich viel bewirken: Wärme beruhigt den Bauch – ob Kirschkernkissen oder Wärmflasche – und eine behutsame Massage mit etwas Öl lockert, was gerade zwickt. Ein Tee aus Anis, Kümmel oder Kamille wirkt ebenfalls wohltuend; viele magenfreundliche Mischungen gibt es in der Apotheke, fein abgestimmt auf empfindliche Kinderbäuche. Leichte Kost wie Zwieback, Banane oder eine klare Brühe entlastet zusätzlich. Nähe tut sowieso gut: Kuscheln, Vorlesen oder ein Hörspiel schenken Geborgenheit. Ein kurzer Spaziergang bringt sanften Schwung in die Verdauung. Und treten solche Beschwerden wiederholt auf, ist eine Beratung in der Apotheke sinnvoll – das Team dort hat ein gutes Gespür dafür, was kleinen Bäuchen wieder Ruhe schenkt.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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