Ein schöner Regenbogen vor dem Hintergrund eines gefährlichen, stürmischen Himmels über einem ländlichen Bauernhof.

Meteoropathie: Immer dieses Wetter

Gestern noch lausig kalt und teilweise Straßenglätte. Heute überraschend mild, ein laues Lüftchen weht und sogar die Sonne lugt hervor. Der April zeigt sich wie so oft von seiner wechselhaften Seite. Die häufigen Temperaturumschwünge machen vielen von uns zu schaffen. Genauer gesagt: Jeder Zweite von uns bezeichnet sich selbst als wetterfühlig und klagt über Beschwerden. Alles Einbildung? 

Experten meinen, Wetterfühligkeit sei weder Unsinn noch eine Krankheit. Meteoropathie, wie dieses Phänomen fachlich heißt, hängt vielmehr mit einer körperlichen Wahrnehmung zusammen. Auf veränderte Luftdruckverhältnisse reagieren viele von uns mit Müdigkeit und Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Schwindel. Gereizte Stimmung und eine Laune wie sieben Tage Regenwetter kommen hinzu, wenn auf Sonnenschein plötzlich wieder Hagel und Sturm folgen. Den Wechsel von einem Hoch zum Tief erlebt so mancher Wetterfühlige mit Kopfschmerzen. Und unter dem Föhnwind, der im Frühjahr vor allem im Alpengebiet wieder häufiger zu Gast ­ist, leiden vor allem ­Mi­gräne­­patienten. Wer sich derart schlecht fühlt, wenn das Außenthermometer mal wieder Achterbahn fährt, hat schnell den Eindruck: Das Wetter ist schuld. Doch das stimmt so nicht. 

Vielmehr scheint unser vegetatives Nervensystem seine Finger im Spiel zu haben. Dieses Steuerzentrum in unserem Gehirn und Rückenmark regelt Atmung, Blutdruck und Herzschlag. Noch dazu scheint es feine Antennen für herannahende Wetterveränderungen zu haben. Dass der Puls zu rasen beginnt, sobald eisiger Graupel in warmen Fallwind übergeht, ist also keine Seltenheit. Manche Wettersensitive spüren das aufkommende Gewitter bereits vor dem ersten Blitz und Donner. Dann dröhnt es unter den Schläfen und Schwummrigkeit macht sich im Kopf breit. Bei diesen ständigen Aufs und Abs von frostig-kalt zu schwül und drückend kommt das Zentralnervensystem eben nur schwer mit. Gerät es ins Stolpern, ist unser Wohlbefinden beeinträchtigt. Der Körper braucht nun mal eine Weile, um sich einer neuen Wetterlage anzupassen. Also helfen wir ihm dabei. Aber wie?

Aus der Medizinmeteorologie ist das sogenannte Biowetter entstanden. Es zeigt Zusammenhänge zwischen aktueller Wetterlage und möglichen gesundheitlichen Auswirkungen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt regelmäßige Gefahrenindizes für Wetterfühlige heraus. Daher: Biowetter-Prognosen im Auge behalten und die guten Ratschläge befolgen.

Denn Klimatologen sind der Ansicht, Meteoropathie sei eine Folge unseres (sitzenden) Lebens in vier Wänden. Wer sich stattdessen viel an der frischen Luft bewegt und den unterschiedlichen Einflüssen der Natur aussetzt, bereitet sich und seinen Körper optimal auf Wetterumschwünge vor. Auch ein gezieltes Training hilft: Wechselduschen – von warm zu kalt – bringen Durchblutung und Kreislauf in Schwung. Das zentrale Nervensystem profitiert außerdem von ausreichend Schlaf, gesunder Ernährung mit überwiegend pflanzlicher Frischkost und einer täglich angemessenen Trinkmenge von mindestens 1,5 Litern. Dazu Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation zur Stärkung Ihres inneren Gleichgewichts. Im Notfall sind homöopathische Komplexmittel einen Versuch wert. Die Tropfen aus Ihrer Apotheke sollen wetterbedingte Beschwerden lindern – damit auf Regen ganz schnell wieder Sonnenschein folgt. 

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de

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