Richtige Ernährung bei Parodontitis
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Die Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats, die unbehandelt zu Zahnlockerung oder sogar Zahnverlust führen kann. Neben der professionellen Behandlung in der Zahnarztpraxis und der häuslichen Zahnpflege spielt auch Ihre Ernährung eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Erkrankung. Bestimmte Nährstoffe können die Heilung unterstützen und das Fortschreiten der Parodontitis verlangsamen.
Was ist Parodontitis – und wie entsteht sie?
Eine Parodontitis beginnt meist mit einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis), die durch bakterielle Zahnbeläge (Plaque) verursacht wird. Bleiben diese Beläge über längere Zeit bestehen, dringen die Bakterien tiefer in das Gewebe ein und lösen dort eine chronische Entzündungsreaktion aus. Der Körper versucht, die Erreger zu bekämpfen – doch diese Abwehrreaktion kann langfristig das umliegende Gewebe und sogar den Kieferknochen schädigen.
Entzündungshemmend essen: Was bedeutet das?
Eine parodontitisfreundliche Ernährung zielt darauf ab, entzündliche Prozesse im Körper zu reduzieren. Besonders wichtig sind Lebensmittel, die reich an Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren sind. Diese helfen dabei, freie Radikale zu neutralisieren und die Entzündungsreaktionen im Gewebe zu mildern.
Empfohlene Lebensmittel:
- frisches Obst und Gemüse, vor allem Beeren, Brokkoli, Spinat und Paprika,
- fettreicher Fisch, z. B. Lachs, Makrele oder Hering (reich an Omega-3),
- Nüsse und Samen, wie Walnüsse, Chiasamen oder Leinsamen,
- Vollkornprodukte statt Weißmehlprodukte,
- pflanzliche Öle, wie Leinöl oder Rapsöl.
Vitamin C, D und Co.: Diese Mikronährstoffe sind wichtig
Ein Mangel an bestimmten Vitaminen und Spurenelementen kann die Abwehrkräfte des Körpers schwächen und die Regeneration des Zahnfleisches erschweren. Achten Sie besonders auf folgende Mikronährstoffe:
- Vitamin C: stärkt das Bindegewebe und wirkt antioxidativ (z. B. in Zitrusfrüchten, Paprika, Kiwi).
- Vitamin D: unterstützt das Immunsystem und die Knochenstabilität (z. B. durch Sonnenlicht, Fisch, Eier).
- Kalzium und Magnesium: wichtig für stabile Zähne und Knochen (z. B. in Milchprodukten, grünem Gemüse).
- Zink: fördert die Wundheilung und reduziert Entzündungen (z. B. in Hülsenfrüchten, Fleisch, Nüssen).
Zucker reduzieren – aber richtig
Zucker fördert nicht nur Karies, sondern begünstigt auch eine Parodontitis, da er entzündungsfördernde Prozesse anregen kann. Besonders problematisch sind versteckte Zucker in Fertigprodukten, Softdrinks oder Süßigkeiten. Versuchen Sie, den Zuckerkonsum deutlich zu reduzieren, greifen Sie auf natürliche Süße aus Obst zurück und trinken Sie mehr Wasser.
Ernährung als wichtiger Baustein der Parodontitis-Therapie
Die richtige Ernährung kann zwar keine Parodontitis heilen, aber sie kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und Ihre Behandlung sinnvoll unterstützen. In Kombination mit guter Mundhygiene und regelmäßigen Kontrollen in Ihrer Zahnarztpraxis schaffen Sie die besten Voraussetzungen für gesundes Zahnfleisch – ein Leben lang.
Tipp: Sprechen Sie bei Ihrem nächsten Zahnarztbesuch gezielt das Thema Ernährung an – Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin berät Sie individuell.
Quelle: Staude GmbH, Oberhausen – www.staude.de
Bildnachweis: ©Nurul – stock.adobe.com