Ischiasnervenentzündung, Schmerzen im unteren Rücken

Sanfte Therapien

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Der Volksmund sagt „Einrenken“. Nur mit seinen Händen kann ein Chiropraktiker Blockaden lösen und die Beweglichkeit der Gelenke und Wirbel wiederherstellen. Er setzt dabei gezielte Impulse, sogenannte Justierungen, um den Druck zu nehmen, die Nerven zu entlasten und dem Körper zu helfen, sich selbst zu regulieren. Diese manuelle Therapieform stammt aus den USA, entwickelt hat sie der Na­turheilkundige Daniel David Palmer Ende des 19. Jahrhunderts. Wissenschaftlich erwiesen ist seine Methode nicht. Dennoch berichten viele Rückenschmerz-Geplagte, dass sie sich nach der Behandlung wie „entknotet“ fühlen. Wer das sanfte Knacken also mag, sollte sich ruhig mal auf die Liege eines Chirotherapeuten legen, am besten bei einem Arzt mit dieser Zusatzausbildung. 

Muskeln, Gelenke, Organe, Faszien und Nerven – sie alle stehen miteinander in Verbindung. Störungen können in sämtliche Bereiche des Körpers ausstrahlen – etwa in den Rücken –, obwohl die Quelle des Schmerzes ganz woanders liegt. Ein Osteopath kann den Ursprungsort ertasten und setzt genau dort an, um so die körpereigene Regulation zu fördern. 

Die Grundidee der Osteopathie stammt vom amerikanischen Arzt Andrew ­Taylor, der die Methode Ende des ­19. Jahrhunderts auf den Weg brachte. Heute dürfen osteopathische Behandlungen nur von Ärzten oder Heilpraktikern mit entsprechender Zusatzaus­bildung durch­geführt werden. Einige Kran­kenkassen beteiligen sich bei ärztlicher Verordnung an den Kosten. Studien zeigen zwar eine Besserung von Rückenschmerzen, die zugrunde liegenden Wirkmechanismen sind jedoch nicht eindeutig geklärt.

Wärme ist Balsam für die Muskeln, das wussten schon Menschen in der Antike. Seit jeher nutzen wir Bäder, heiße ­Steine und Umschläge gegen Schmerzen im Bewegungsapparat, eben weil ­Wärme die Durchblutung fördert, ­Mus­­­­­­­kelverspannungen löst und dabei ganzheitlich entspannt. Thermotherapie kann Rückenschmerzen deutlich lindern, Studien bestätigen das. Physiotherapeuten, medizinische Masseure und Ärzte bieten Moor- oder Fangopackungen an. Zu Hause helfen Wärmepflaster, Heiz- oder Körnerkissen. Ebenfalls in Ihrer Vor-Ort-Apotheke erhältlich: Wärmesalben mit Capsaicin aus der Chilischote. Sie dringen tief ins Gewebe ein und lockern die verkrampften Muskeln.

Im warmen Wasser fühlt sich der Körper plötzlich ganz leicht an. Alles wird ein bisschen einfacher – sogar Bewegung. Denn durch den Auftrieb werden Gelenke, Bandscheiben und Wirbel entlastet. Mithilfe von Aquafitness-Übungen – angeleitet von Physiotherapeuten oder einem medizinischen Bademeister – lassen sich so Verspannungen sanft lösen und Muskeln fast wie nebenbei aufbauen. Viele Krankenkassen fördern zertifizierte Präventionskurse.

Fühlt sich an wie ein sanftes Kribbeln: Bei der transkutanen elektrischen Nervenstimulation, kurz: TENS, setzen Physiotherapeuten oder medizinische Masseure Ihnen kleine Elektroden auf die Haut, diese geben sanfte Strom­impulse frei. Sie sollen die Weiterleitung von Schmerzsignalen dämpfen, damit sich die Muskulatur entspannt. Wissenschaftlich belegt ist diese Methode nicht, aber vor allem für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen und Arthrose einen Versuch wert. Die Ergebnisse sind sehr individuell. 

Aus der Traditionellen Chinesischen Therapie (TCM): Feinste Nadeln werden gezielt wenige Millimeter in die Haut gesetzt. Diese Reize aktivieren körpereigene Botenstoffe, die – nach traditioneller Vorstellung – die Lebensenergie, das sogenannte Chi, zurück ins Gleichgewicht bringen sollen. Akupunktur bieten inzwischen viele Ärzte mit Zusatzausbildung an. Sogar in Reha-­Kliniken hat sich diese alternative Methode – als begleitende Maßnahme – etabliert. Viele Patienten berichten von guten Erfahrungen. Die Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent. Im Fall von chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule übernehmen die Krankenkassen die Kosten.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de

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