Junge Frau, die an Schwindel oder Benommenheit leidet – ein Problem des Gehirns oder des Innenohrs.

Schwindel – Karussell im Kopf

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Fast jeder dritte Erwachsene hat es schon einmal erlebt: Dieses Karussell im Kopf, das uns wackelig auf den Beinen macht. Es kann mit Sternchensehen verbunden sein, Übelkeit und Schweißausbrüchen. Vertigo, wie der Taumel medizinisch heißt, ist eines der häufigsten Symptome des Nervensystems und kann etliche Ursachen haben. Oft ist schlichtweg das Alter »schuld«, wenn Durchblutungsstörungen vorliegen oder Probleme mit dem Kreislauf bestehen, bedingt durch Blutzuckerschwankungen oder durch Flüssigkeitsmangel, weil wir zu wenig trinken. Auch als Nebenwirkung ganz bestimmter Medikamente taucht Schwindel womöglich auf, etwa bei Betablockern und Entwässerungstabletten, ebenso unter Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Nicht immer steckt also eine körperliche Erkrankung dahinter. Um auf Nummer sicher zu gehen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt und beschreiben Ihre Attacken möglichst genau. Denn jede Schwindelform braucht ihre eigene Behandlung. 

Beim Drehschwindel scheint sich die Umgebung rings um Sie herum zu drehen – wie ein Kreisel. Vor Angst, Ihnen könnte schwarz vor Augen werden, haben Sie den dringenden Impuls, sich an der Wand oder einem Geländer festzuhalten, um nicht zu fallen. Ähnlich emp­finden wir mit einem Schwankschwindel. Damit fühlen wir uns wie auf einem Schiff bei heftigem Seegang. Und dann gibt‘s noch den Liftschwindel, der ein Gefühl auslöst, als wenn wir uns in einem Fahrstuhl befinden, der auf- und ab­saust. Grund für diese drei häufigsten Schwindelformen ist meist eine gestörte Kommunikation zwischen dem Gehirn und dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr, weil Sinnesreize nicht richtig verarbeitet werden können. Unbedingt abklären lassen. 

Mit Störungen im Innenohr hat auch der gutartige Lagerungsschwindel zu tun. Er tritt bei ruckartigen Kopfbe­wegungen auf oder wenn wir abrupt ­d­ie Körperposition ändern. Weil die Schwummrigkeit wie aus dem Nichts erscheint und sich heftig äußert, sitzt der Schreck tief. Die Gründe gelten jedoch in der Regel als harmlos. Kristalle im Ohr, die sich gelöst haben, sind ­für diese Missempfindung verantwortlich. Erster Ansprechpartner ist ein Hals-Nasen-­Oh­ren-Arzt, der mit Ihnen eine Bewegungstherapie durchführt, sogenannte Lagerungsmanöver, die Sie mit etwas Übung zu Hause durchführen können. 

Kommen Ohrensausen und Hörprobleme hinzu, besteht der Verdacht auf Morbus Menière. Bei dieser Erkrankung sammelt sich Flüssigkeit im Innenohr und verursacht plötzlich heftige Schwin­delgefühle, sodass sich Patienten kaum auf den Beinen halten können. Linderung versprechen ärztlich verordnete Medikamente. Häufen sich solche Anfälle und bleiben sie unbehandelt, drohen Tinnitus und Hörverlust. 

Als Sonderform des Schwindels gilt die vestibuläre Migräne. Sie geht mit starken Kopfschmerzen, Licht- und Lärmempfindlichkeit einher. Übelkeit und Erbrechen sind weitere Begleiterscheinungen. Bei der Behandlung steht die Migräne im Vordergrund – und die Vorbeugung. 

Denn als Auslöser für viele Schwindelarten kommen Stress und Schlafmangel infrage. Die Psyche ist dabei nicht zu unterschätzen. Viele von uns reagieren empfindlich auf innere und/oder äußere Veränderungen. Hormonelle Schwankun­gen, ebenso wie Wetterumschwünge wie jetzt auf der Schwelle zum Frühling, bereiten nicht selten ein schwummriges Gefühl – zwar in der Regel harmlos, aber trotzdem unangenehm. Hilfe bekommen Sie in Ihrer Apotheke. Dort gibt es Tropfen und Kapseln zur sanften Kreislaufanregung und gegen den Schwindel. 

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de

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