Frau stolpert über lose Teppichkante.

Sicher im Alter: Achtung Stolperfalle!

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Wie schnell ist es passiert: Auf ­Socken die Treppe hinunter, aus­gerutscht und hingefallen. Autsch! Oder auf der Straße die Höhe der Bordsteinkante falsch eingeschätzt, ins Straucheln geraten und aufs Knie gestürzt. Drinnen wie draußen lauern allerhand Stolperfallen, in die wir häufiger hineintappen, wenn wir älter werden. Wir sehen halt nicht mehr so gut wie früher – schon gar nicht im Dunkeln –, und die Beine sind auch wackeliger geworden. Vielleicht ist auch der Kreislauf nicht mehr stabil und das Reaktionsvermögen hat sich verlangsamt. Stürze sind dann nahe­zu vorprogrammiert. Gut, wenn Sie sich dessen bewusst sind und Gefahrenquel­len umgehen – beziehungsweise aus dem Weg räumen, nämlich in der Wohnung. 

Werfen Sie einen kritischen Blick in alle Räume: Liegen Kabel auf dem Boden he­rum, gibt es lose Teppichkanten oder blockieren Gegenstände den Gang? Weg damit! Die meisten Unfälle daheim passieren übrigens im Badezimmer auf nas­sen Fliesen. Rutschfeste Matten mit Saug­näpfen sind daher ein Muss. Weil im Alter Beweglichkeit und Muskelkraft nachlassen, können Haltegriffe in Dusche und Badewanne eine gute Stütze sein. Hier hat sich auch ein Hocker mit Gummifüßen bewährt. Wer nachts häu­­fig zur Toilette muss, sollte lieber nicht im Dunkeln tappen. Fluoreszierende Pfei­­le, die man auf den Boden klebt, weisen den richtigen Weg. Noch besser sind Bewegungsmelder – am besten in jedem Zimmer. Für Treppen gibt es nachtleuchtende Klebestreifen, die die Stufen im Dämmerlicht sichtbar machen. Geländer und Handläufe bieten außerdem viel Sicherheit vor Stürzen. Solch kleine, aber doch wirkungsvolle Maßnahmen kosten nicht viel Aufwand. Für größere Umbauten zur barrierefreien Wohnung lassen Sie sich beraten. 

Auch außerhalb der eigenen vier Wände besteht Sturzgefahr nahezu an jeder Ecke. Unebene Straßen, holpriges Kopfsteinpflaster, Sand und Schotter können ältere Menschen leicht zu Fall bringen. Besonders jetzt in der nass-kalten Jahreszeit sind die Wege draußen oft rutschig, entweder durch feuch­tes Laub oder ersten Frost. Um bei diesen Bedingungen trittsicher unter­wegs zu sein, statten Sie sich mit einem Gehstock oder Rollator aus. 

Der richtige Umgang mit sol­­chen Hilfsmit­teln will allerdings geübt sein. Hierfür bieten viele Se­nio­ren- und Pflegedienste spezielle Mobilitätstrainings an. Apropos: Wie steht’s eigentlich um Ihre Fitness?

Eine der effektivsten Maßnahmen, Stür­ze im Alltag zu verhindern, ist körperlich aktiv zu bleiben oder – egal in welchem Alter – zu werden. Daher inte­grieren Sie Bewegung in Ihren Alltag, sei es durch Spazierengehen, Gartenarbeit oder Aqua­­fitness. Hinzu kommen einfache Ba­­lance- und Kraftübungen. Denn damit können Sie Ihre Körperhaltung und Ihr Gleichgewicht verbessern. Etwa beim Zähneputzen auf einem Bein stehen, auf die Zehenspitzen stellen und wippen – Sturzprophylaxe kann so einfach sein. Trainieren Sie außerdem Ihre Muskeln. Elastische Bänder, die viel Widerstand bieten, eignen sich gut dafür. Möchten Sie nicht alleine sporteln? Dann schließen Sie sich doch einer Fitnessgruppe an oder gehen Sie mit Freunden zum Tai-Chi, Qigong oder Feldenkrais. Die langsamen, fließenden Bewegungen schulen Ihre Flexibilität und machen Sie stark gegen Stürze. 

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de

Bildnachweis: ©Regina Pahl – stock.adobe.com