Schlafendes Mädchen mit offenem Mund.

Warum Mundatmung Probleme machen kann

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Unsere Nase übernimmt wichtige Funktionen: Sie filtert Staub, Pollen und Keime aus der Luft, erwärmt und befeuchtet die Atemluft und unterstützt eine gesunde Sauerstoffaufnahme. Beim Atmen durch den Mund entfällt dieser natürliche Schutzmechanismus. Die Luft gelangt ungefiltert und trocken in den Rachenraum. Das hat Folgen.

Speichel ist ein entscheidender Schutzfaktor für unsere Zähne. Er neutralisiert Säuren, spült Speisereste weg und liefert Mineralstoffe zur Remineralisierung des Zahnschmelzes.

Wer häufig durch den Mund atmet, leidet oft unter:

·      Mundtrockenheit (Xerostomie),

·      vermehrtem Zahnbelag,

·      erhöhtem Kariesrisiko,

·      entzündetem Zahnfleisch.

Die trockene Mundschleimhaut bietet Bakterien ideale Bedingungen. Gerade nachts bleibt eine Mundatmung oft unbemerkt. Die Zähne sind dann über Stunden weniger geschützt.

Besonders bei Kindern kann eine dauerhafte Mundatmung die Entwicklung des Kiefers beeinflussen. Wenn die Lippen nicht geschlossen sind und die Zunge nicht am Gaumen anliegt, fehlt ein wichtiger Wachstumsreiz.

Mögliche Folgen können sein:

·      Schmalkiefer oder hoher Gaumen,

·      Fehlstellungen der Zähne,

·      erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine kieferorthopädische Behandlung.

Die richtige Zungenposition – oben am Gaumen – unterstützt die natürliche Entwicklung des Oberkiefers. Bei Mundatmung liegt die Zunge häufig unten im Mundraum.

Mundatmung tritt oft im Zusammenhang mit verstopfter Nase, Allergien oder vergrößerten Mandeln auf. Besonders nachts kann sie Schnarchen begünstigen, zu unruhigem Schlaf führen und die Sauerstoffversorgung beeinträchtigen. Eine gestörte Schlafqualität wirkt sich wiederum auf Konzentration, Leistungsfähigkeit und allgemeines Wohlbefinden aus.

Typische Anzeichen sind:

·      häufig geöffneter Mund in Ruhe,

·      trockene Lippen,

·      morgendliche Halsschmerzen,

·      vermehrte Karies trotz guter Zahnpflege

Bei Kindern kann zusätzlich eine „offene Mundhaltung“ auffallen.

Zunächst sollte die Ursache geklärt werden. Häufige Gründe sind: eine chronisch verstopfte Nase, Allergien, eine Nasenscheidewandverkrümmung oder vergrößerte Rachenmandeln.

Je nach Befund kann eine Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt, HNO-Arzt oder Kieferorthopäde sinnvoll sein. In manchen Fällen helfen Atemübungen oder sogenannte myofunktionelle Therapien, um die Nasenatmung zu fördern und die Muskulatur im Mundbereich zu stärken.

Wer Anzeichen für eine Mundatmung bei sich oder seinem Kind bemerkt, sollte dies abklären lassen. Eine frühzeitige Behandlung kann helfen, langfristige Folgen zu vermeiden.

Quelle: Staude GmbH, Oberhausen – www.staude.de

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