Was macht uns glücklich?

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Psychologen beschreiben Glück als ein Gefühl subjektiven Wohlbefindens. Positive Emotionen, die wir wiederholt erleben. Wie schön. Aber Achtung! Gleichzeitig warnen sie davor, alles im Leben durch die rosa-rote Brille zu sehen und Empfindungen wie Trauer oder Unzufriedenheit schlichtweg zu verdrängen. Eine solche »toxische Positivität« führe nämlich nicht zum Glück.

»Geld macht glücklich!«, lautet eine bekannte Redensart. Eine Studie des Nobelpreisträgers Daniel Kahnemann kam 2010 zu dem Schluss, dass Geld das persönliche Glück nur bis zu einem Jahreseinkommen von 75.000 US-Dollar, umgerechnet also etwa 65.000 Euro, steigern kann. Später änderte der Forscher in einer neuen Untersuchung seine Meinung: Höhere Einkünfte können die meisten Menschen eben doch glücklich machen – sofern das Gewissen rein ist und die Moneten nicht auf unmoralischem Weg erwirtschaftet wurden. Dann sei Geld eher eine Last und kein Glücksfaktor.

Eine Studie der Harvard University erkannte eine viel bedeutendere Komponente für unser Glücksempfinden: gute Beziehungen, in denen wir uns unterstützt und geschätzt fühlen. Egal, ob in der Partnerschaft, Familie, unter Kollegen, Nachbarn oder Freunden: Soziale Kontakte, die das Gefühl von Verbundenheit und Zugehörigkeit vermitteln, machen uns nachweislich glücklicher und gesünder. Dafür gibt’s sogar wissenschaftliche Beweise.

Denn Dreh- und Angelpunkt für Glücksgefühle ist unser Gehirn. Oxytocin, unser Bindungshormon, wird aktiv, wenn wir viel Zeit zu zweit oder mit Gleichgesinnten verbringen. Passiert zudem etwas unerwartet Schönes, wird das Glückshormon Dopamin freigesetzt. Dieser Glücksbotenstoff ist eng mit unserem Belohnungszentrum im Gehirn verbunden und bewirkt, dass wir uns hochmotiviert fühlen. Wir sind bereit zu neuen Taten und könnten Bäume ausreißen.

Überraschenderweise sind laut Glücksforschern ältere Menschen trotz körperlicher Beschwerden und Krankheiten oft zufriedener als Erwachsene mittleren Alters. Mögliche Gründe dafür: Der Stress durch Arbeit, Kindererziehung und Co. hat deutlich nachgelassen. Außerdem haben wir mit steigenden Lebensjahren viele Höhen und Tiefen schon erlebt und wissen daher das Glück im Hier und Jetzt besser zu schätzen als in jungen Jahren. Umfragen zufolge steige die Lebenszufriedenheit ab 60 an und wir Menschen brauchen nicht mehr viel – keine großen Güter –, um glücklich zu sein.

Und wenn die gute Stimmung mal Anlaufschwierigkeiten hat oder äußere Umstände die innere Zufriedenheit überschatten, können wir zum Glück ein wenig nachhelfen, etwa indem wir uns bewusst entspannen. Das Malen von Mandalas ist ideal dafür. Diese kreisförmigen Bilder vermitteln uns Harmonie und haben großes Potenzial, uns in unsere eigene innere Mitte zu bringen. Denn beim Ausmalen befinden wir uns im Hier und Jetzt – wie in einer aktiven Meditation, die eine beruhigende Wirkung hat. Der Blutdruck sinkt, die Herzfrequenz normalisiert sich.

Ähnliche Effekte stecken im Sport, genauer gesagt in der gleichmäßigen Bewegung etwa beim Radfahren, Schwimmen oder Tanzen. Denn während hier die rechte und die linke Körperhälfte wechselseitig gefordert sind, aktivieren sie beide Hirnareale im wiederkehrenden Rhythmus. Dadurch fühlen wir uns im Einklang. Erst recht, wenn wir gemeinsam unterwegs sind – bei einer Radtour oder im Tanztreff. Zusammen ist man schließlich weniger allein und somit dem Glück ganz nah.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de

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