Weihnachten nicht allein sein
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Einsamkeit tut weh – besonders an Weihnachten. Wie Sie die Festtage in Gesellschaft verbringen oder Trost in kleinen Ritualen finden können.
Es duftet nach Plätzchen, Lichter glänzen in den Fenstern und in den Straßen erklingt leise Musik. Weihnachten ist eine besondere Zeit – eine Zeit der Erinnerungen, der kleinen Rituale, der Wärme. Für viele ältere Menschen ist es aber auch eine Zeit, in der das Alleinsein spürbarer wird als sonst.
Einsamkeit geht unter die Haut
Einsamkeit ist mehr als ein flüchtiges Gefühl. Wer sich über längere Zeit allein und ausgeschlossen fühlt, erlebt körperliche und seelische Folgen. Studien zeigen: Einsamkeit kann das Risiko für Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen oder sogar Demenz erhöhen.
Auch das Immunsystem leidet, wenn der soziale Austausch fehlt. Wer sich gebraucht und zugehörig fühlt, bleibt geistig wacher, seelisch stabiler – und lebt im Durchschnitt sogar länger.
Sechs Millionen Senioren leben in Deutschland allein. Doch das bedeutet nicht, dass auch Weihnachten einsam sein muss. Heute gibt es viele Möglichkeiten, die Festtage in Gesellschaft zu verbringen. Welche?
Offene Weihnachtsfeiern
Viele Kirchengemeinden oder soziale Einrichtungen laden am 24. Dezember zu Zusammenkünften ein – mit Musik, Kerzenlicht und gemeinsamem Essen. Diese Angebote sind bewusst offen gestaltet: Wer mobil ist, kann sich oft kurzfristig anmelden. Informationen erhalten Sie bei der Stadtverwaltung, dem Seniorenbüro oder der Kirchengemeinde.
Neue Kontakte knüpfen
Auch wenn es sich manchmal anders anfühlt: Es gibt viele 65plus-Singles, die sich an Weihnachten Gesellschaft wünschen. Der erste Schritt fällt oft schwer – doch kleine Begegnungen können viel bewirken. Ein freundliches Wort oder ein offenes Ohr im Alltag kann der Anfang sein.
Besuch auf Bestellung
In vielen Gemeinden gibt es Besuchsdienste, die sich rund um die Feiertage gezielt um ältere Alleinlebende kümmern. Die Ehrenamtlichen schenken Zeit und hören zu. Träger solcher Angebote sind häufig Wohlfahrtsverbände und Kirchengemeinden. Fragen Sie bei Ihrer Stadtverwaltung nach.
Aktionen im Wohnumfeld
Zahlreiche lokale Projekte bringen Menschen an den Feiertagen zusammen. Ein schönes Beispiel ist die Aktion »Wir Weihnachten« der Stiftung nebenan.de. Über www.wirweihnachten.de finden Gastgeber und Interessierte unkompliziert zueinander.
Geben macht reich
Wer sich körperlich und seelisch fit fühlt, kann sich selbst ein kleines Geschenk machen – indem er anderen hilft. Viele Tafeln oder Kirchengemeinden suchen in der Weihnachtszeit Unterstützung: beim Packen von Geschenktüten, beim Dekorieren oder beim Ausschank von Tee und Punsch.
Offene Veranstaltungen in Pflegeheimen
Manche Seniorenresidenzen und betreute Wohnformen öffnen ihre Weihnachtsfeiern für Gäste aus der Nachbarschaft. Oft gibt es ein buntes Programm mit gemeinsamem Singen und kleinen Geschichten. Die Teilnahme ist meist kostenlos.
Rituale der Verbundenheit – kleine Inseln der Wärme
Auch wenn Sie nicht außer Haus gehen möchten, können Sie die Festtage bewusst gestalten – mit kleinen, vertrauten Handlungen, die guttun. Eine Kerze anzünden, ein Weihnachtslied hören oder eine Tasse Tee im Lieblingssessel trinken.
Reden hilft – ein offenes Ohr für einsame Stunden
Nicht immer braucht es Besuch – manchmal reicht schon ein gutes Gespräch. Hier finden Sie jederzeit jemanden, der zuhört:
Silbertelefon
0800 4 70 80 90, täglich von 8 bis 22 Uhr – auch an Heiligabend, anonym & kostenfrei, www.silbernetz.de
TelefonSeelsorge Deutschland e. V.
0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, rund um die Uhr erreichbar, www.telefonseelsorge.de
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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