Weihnachtsduft – Gewürze fürs Gehirn
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Wenn es nach Lebkuchen und Zimtsternen duftet, wissen wir: Bald ist Weihnachten. Die Gewürze in diesen Leckereien wecken also Erinnerungen – und sie können fürs Gehirn noch einiges mehr tun.
Gewürze geben Speisen das gewisse Etwas: ein kräftiges Aroma, eine süße Note, eine herbe Nuance. Meist genügen kleine Mengen. Denn in den Samen, Kernen, Rinden oder auch Wurzeln, aus denen Gewürze in der Regel hergestellt sind, stecken hochwirksame ätherische Öle. Ehe wir sie schmecken können, steigt uns ihr Duft in die Nase – und die Nase hat einen direkten Draht zum Gehirn. Der sogenannte Riechkolben (Bulbus olfactorius) bildet diese Verbindung. Er empfängt die Duftmoleküle und leitet sie an höhere Hirnareale weiter. Dort passiert dann allerhand – darum verwenden wir diese Gewürze doch am besten viel öfter, nicht nur zur Weihnachtszeit.
Zimt
Milchreis mit Zimt – da werden Kindheitserinnerungen wach. Das süße Gewürz hat eine wärmende Wirkung. Es fördert die Durchblutung und regt den Appetit an. Als Duftstoff macht es vielen von uns sogar gute Laune – und gibt uns einen Kick. Denn wie Studien zeigen, soll das Gewürz aus der Rinde des tropischen Zimtbaums die Gedächtnisleistungen steigern und beim Lernen helfen.
Tipp: Zimt ist nicht gleich Zimt. Auf die Sorte kommt es an. Cassia-Zimt hat viel Cumarin, einen leberschädigenden Stoff. Verträglicher ist der aromatischere, dafür aber teurere Ceylon-Zimt.
Rosmarin
Würzig in der Küche, die pure Erfrischung für den Geist. Dass dieses mediterrane Kraut eine gedächtnisstärkende Wirkung hat, wussten schon die alten Griechen und trugen Rosmarinzweige zu einem Kranz gebunden um den Kopf. Inzwischen geben Wissenschaftler der Universität Salzburg unseren Vorfahren recht: Die Inhaltsstoffe sorgen nachweislich für mehr Sauerstoff im Gehirn. Rosmarinduft macht also wach und hat eine konzentrationssteigernde Wirkung. Borneol, so heißt das ätherische Öl, das in den Nadeln steckt, hilft sogar bei niedrigem Blutdruck und schwachem Antrieb – ideal für die dunkle und ermüdende Jahreszeit.
Kardamom
Blumig-fruchtig mit einer leichten Schärfe. Kardamom schmeckt und duftet intensiv – und so wirkt es auch auf unser Gehirn: beruhigend, stressreduzierend, stimmungsaufhellend. Die ätherischen Öle aus den Samen dieses Ingwergewächses entspannen unser Nervensystem, können daher den Blutdruck regulieren und Schmerzen lindern. Aus diversen Studien geht sogar hervor, dass Kardamom Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann. Das Beste daran: Dieses indisch-asiatische Gewürz aus »Tausendundeiner Nacht« können Sie nicht bloß für Lebkuchen und Spekulatius verwenden; es verwandelt auch Currys, Reis und Gemüsegerichte in wahres Mood-Food – Essen, das gut für Geist und Seele ist.
Tipp: Nicht das Pulver, sondern die frischen Samenkapseln mitkochen. Darin stecken die meisten entzündungshemmenden Antioxidantien.
Vanille
Ob Pudding oder Plätzchen – Vanille ist wie das Sahnehäubchen auf allen Süßspeisen. Allein der Duft vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit. Forscher wissen, warum: Der Hauptaromastoff Vanillin wirkt auf das limbische System, also unser Emotionszentrum im Gehirn, steigert die Produktion von Glückshormonen wie Serotonin und Dopamin, gleichzeitig hilft er, Ängste zu lindern. Bei depressiver Verstimmung und Schlafstörungen ist Vanille wie eine sanfte Umarmung. Das gilt jedoch nur für die echte und leider auch teure und rar gewordene Bourbon-Vanille, die aus der Orchideenpflanze mit mexikanischen Wurzeln stammt. Vanille-Aroma, wie es in industriell hergestellten Produkten verwendet wird, hat diese beruhigende und beglückende Wirkung nicht.
Quelle: Staude GmbH, Oberhausen – www.staude.de
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