Geschäftsfrau am Laptop, die sich die Backe hält.

Wenn das Kiefergelenk aus dem Gleichgewicht gerät

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Kiefergelenksprobleme werden oft unter dem Begriff CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) zusammengefasst. Typische Anzeichen sind:

  • Knacken oder Reiben im Kiefergelenk beim Öffnen und Schließen des Mundes,
  • Schmerzen im Kiefer, Gesicht, Nacken oder Rücken,
  • eingeschränkte Mundöffnung oder Kiefersperren,
  • Zähneknirschen oder -pressen (meist nachts),
  • Spannungskopfschmerzen oder Ohrgeräusche (Tinnitus).

Da diese Symptome nicht immer direkt mit dem Kiefer in Verbindung gebracht werden, bleibt die Ursache oft lange unentdeckt.

Eine gründliche Untersuchung beim Zahnarzt ist der erste Schritt. Neben einer ausführlichen Anamnese prüft der Zahnarzt oder die Zahnärztin die Beweglichkeit des Kiefers, tastet die Kaumuskulatur ab und kontrolliert den Biss. Ergänzend können bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder spezielle Funktionsanalysen eingesetzt werden, um die Gelenkstruktur und Bewegungsabläufe genauer zu beurteilen.

Die Therapie richtet sich nach den individuellen Ursachen und Beschwerden. Häufig kommt eine Aufbissschiene (Knirscherschiene) zum Einsatz, die die Zähne schützt und das Kiefergelenk entlastet. Begleitend können physiotherapeutische Maßnahmen helfen, Verspannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern. In manchen Fällen ist auch eine kieferorthopädische Korrektur sinnvoll, wenn Zahn- oder Kieferfehlstellungen vorliegen. Unterstützend können Entspannungsverfahren, Stressmanagement oder in seltenen Fällen medikamentöse Therapien zum Einsatz kommen.

Neben der Behandlung spielt auch die Vorbeugung eine große Rolle. Wer sein Kiefergelenk gesund halten möchte, kann im Alltag einiges beachten:

  • Stress reduzieren: Entspannungsübungen wie Yoga, Meditation oder Atemtechniken können helfen, nächtliches Zähneknirschen zu vermeiden.
  • Bewusstes Kauen: Harte oder sehr zähe Speisen sollten nicht zu oft auf dem Speiseplan stehen, da sie das Kiefergelenk zusätzlich belasten.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Eine aufrechte Sitzhaltung am Computer und regelmäßige Pausen beugen Verspannungen in Nacken und Kiefer vor.
  • Regelmäßige Zahnarztkontrollen: Früh erkannte Fehlstellungen oder Knirschgewohnheiten lassen sich einfacher behandeln.

Durch diese einfachen Maßnahmen können Beschwerden häufig vermieden oder zumindest abgemildert werden. 

Beschwerden sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da sie unbehandelt chronisch werden können. Wenden Sie sich frühzeitig an Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin. Sie können die richtige Diagnose stellen und eine individuell passende Behandlung einleiten.

Quelle: Staude GmbH, Oberhausen – www.staude.de

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