Wie Medikamente Ihre Mundgesundheit beeinflussen
drucken
vorlesen
Die Mundgesundheit ist eng mit unserem allgemeinen Wohlbefinden verbunden. Doch wussten Sie, dass bestimmte Medikamente einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit Ihres Mundes haben können? Verschiedene Arzneimittel können nicht nur die Speichelproduktion beeinflussen, sondern auch das Zahnfleisch, die Zahnhartsubstanz und die Mundflora schädigen.
Im Folgenden erfahren Sie, welche Medikamente häufig die Mundgesundheit beeinträchtigen und was Sie dagegen tun können.
1. Medikamente, die die Speichelproduktion reduzieren
Ein häufiges Problem, das durch viele Medikamente verursacht wird, ist die reduzierte Speichelproduktion. Speichel hat eine schützende Wirkung auf die Zähne, da er hilft, Nahrungsreste und Bakterien zu entfernen. Wenn weniger Speichel produziert wird, steigt das Risiko für Karies, Zahnfleischentzündungen und Mundgeruch. Einige Medikamente, die die Speichelproduktion verringern, sind:
- Antihistaminika (z. B. bei Allergien),
- Schmerzmittel (insbesondere starke Schmerzmittel),
- Antidepressiva und Beruhigungsmittel,
- Blutdruckmedikamente (z. B. Betablocker).
2. Medikamente, die das Zahnfleisch beeinflussen
Einige Medikamente können das Zahnfleisch direkt schädigen oder Veränderungen in seiner Struktur verursachen. Ein Beispiel sind Antiepileptika, die in seltenen Fällen eine Zahnfleischvergrößerung (Gingivahyperplasie) hervorrufen können. Diese können das Zahnfleisch schmerzhaft anschwellen lassen, was zu einer erschwerten Mundhygiene und einem höheren Risiko für Parodontitis führt. Ebenso können Kalziumkanalblocker, die bei der Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden, ähnliche Effekte haben.
3. Medikamente, die den Zahnschmelz angreifen
Bestimmte Medikamente können den Zahnschmelz schwächen und damit die Zähne anfälliger für Karies machen. Dazu gehören:
- Asthmasprays (Kortison): Inhalate können saure Rückstände hinterlassen und den Schmelz angreifen.
- Flüssige Arzneimittel wie Säfte, die Zucker oder Säuren enthalten, besonders bei langer Einnahme.
- Chemotherapien: Patienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen, sind oft von einer reduzierten Speichelproduktion betroffen, was den Zahnschmelz anfälliger macht.
4. Antibiotika und Pilzinfektionen im Mund
Bestimmte Antibiotika können das natürliche Gleichgewicht der Mundflora stören und zu Pilzinfektionen wie Soor führen. Dieser Zustand zeigt sich häufig durch weiße Flecken auf der Zunge und den Schleimhäuten und ist besonders bei Menschen, die Antibiotika über längere Zeiträume einnehmen, ein häufiges Problem.
Was können Sie tun?
Es ist wichtig, dass Sie bei der Einnahme von Medikamenten Ihre Mundgesundheit regelmäßig überwachen und auf Anzeichen von Problemen achten. Hier einige Tipps, um Ihre Mundgesundheit zu schützen:
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um die Speichelproduktion anzuregen.
- Verwenden Sie Zahnpasta mit Fluorid und Zahnpflegeprodukte für trockene Mundverhältnisse.
- Besuchen Sie regelmäßig Ihre Zahnarztpraxis zur professionellen Zahnreinigung und zur Kontrolle.
- Informieren Sie Ihren Zahnarzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, damit er die passende Pflege empfehlen kann.
Sprechen Sie bei Bedenken immer mit Ihrem Zahnarzt oder Arzt, um Lösungen zu finden, die Ihre Mundgesundheit schützen und erhalten.
Quelle: Staude GmbH, Oberhausen – www.staude.de
Bildnachweis: ©peopleimages.com – stock.adobe.com