Zahnimplantate aus Titan oder Keramik?

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Die meisten in Deutschland gesetzten Zahnimplantate bestehen aus Titan (Reintitan oder Titan-Legierungen). Die Zahnimplantate aus Titan werden bereits seit Jahrzehnten verwendet, um verlorene Zähne zu ersetzen. Sie werden direkt im Kieferknochen verankert und wachsen dort ein – eine Wartezeit von ca. 3 bis 6 Monaten ist dafür in der Regel nötig. Der darauf befestigte Zahnersatz (Krone oder Brücke) sieht nahezu aus wie die natürlichen Zähne, auch Vollprothesen können sicher auf Zahnimplantaten befestigt werden. 

Was sind die Vorteile von Titanimplantaten?

Die hohe Körperverträglichkeit und Stabilität von Titanimplantaten sind durch Langzeitstudien belegt. Sie gelten als biokompatibel und werden vom Körper gut aufgenommen. Titanimplantate verbinden sich besonders gut mit dem Kieferknochen. Ebenfalls können sie schnell belastet werden, teilweise sogar schon am Tag der Operation. Abstoßungsreaktionen treten vor allem bei Reintitan nur selten auf, für die meisten Menschen ist Titan sehr verträglich. Die Implantate können viele Jahre und manchmal auch ein Leben lang im Mund verbleiben.   

Nachteile von Titanimplantaten

In seltenen Fällen kann es allerdings vorkommen, dass Patienten nach dem Einbringen eines Implantates an unklaren Beschwerden leiden. Bei manchen Patienten kommt es zu einer Entzündungsreaktion, das Risiko für einen Implantatverlust steigt dann. Die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen ist bei Legierungen allerdings höher als bei Reintitan. Ebenfalls steigt das Risiko, wenn der Patient unter Vorerkrankungen leidet. 

Für wen sind Keramikimplantate eine Alternative?

Keramikimplantate aus metallfreiem Zirkonoxid sind in hohem Maße biokompatibel und lösen nach derzeitigem Kenntnisstand keine Allergien und Unverträglichkeiten aus. Zudem können sich bakterielle Beläge kaum auf den Keramikimplantaten anlagern. Davon können Patienten mit chronischen Beschwerden bzw. Erkrankungen, wie z. B. Unverträglichkeiten, Allergien, Rheuma oder Diabetes, profitieren. 

Vor allem im sichtbaren Frontzahnbereich sind Keramikimplantate eine Alternative zu Titanimplantaten. Im Laufe der Jahre kann es durch Erkrankungen, falsche Putztechnik usw. zu Zahnfleischrückgang kommen. In solchen Fällen sind mitunter graue Ränder am Zahnfleischrand sichtbar, wenn das Titanimplantat durchscheint. Die weißen Keramikimplantate sehen dann ästhetisch besser aus. 

Nachteile von Keramikimplantaten

Zu Keramikimplantaten gibt es im Gegensatz zu Titanimplantaten noch keine Langzeitstudien, es gibt daher weniger Erfahrungswerte. Bisherige Studien deuten auf die Belastbarkeit und Langlebigkeit der Zahnimplantate aus Keramik hin. Ferner dauert die Einheilzeit bei Keramikimplantaten länger. Ein weiterer Nachteil für den Patienten ist, dass Keramikimplantate wesentlich teurer als Titanimplantate sind. 

Die Entwicklung geht derzeit in Richtung Keramikimplantate vor allem wegen der besseren Ästhetik. Bislang sind sie aber noch kein Ersatz für Titanimplantate, die weiterhin der Standard sind und sich über viele Jahre hinweg als Werkstoff für Zahnimplantate bewährt haben. 

Bildnachweis: ©Aldeca Productions – stock.adobe.com