Zahntrends auf TikTok: Was sagt die Wissenschaft dazu?
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Die Social-Media-Plattform TikTok ist voll von schnellen Tipps, cleveren „Hacks“ und spektakulären Vorher-Nachher-Videos – auch rund um die Zahngesundheit. Doch nicht alles, was im Feed viral geht, ist für die Zähne eine gute Idee. Viele Trends wirken harmlos oder sogar „natürlich“, können aber langfristig Schäden verursachen. Hier erfahren Sie, welche TikTok-Trends aktuell beliebt sind – und was zahnmedizinisch wirklich dahintersteckt.
1. DIY-Zahnaufhellung – schnell weiß, aber riskant
Ob Zitronensaft, Backpulver oder Aktivkohle: Auf TikTok kursieren zahlreiche Hausmittel, die ein strahlendes Lächeln versprechen. Das Problem: Diese Methoden wirken entweder gar nicht oder greifen den Zahnschmelz an. Zitronensaft ist stark sauer und kann den Zahnschmelz dauerhaft erweichen. Backpulver und Aktivkohle wirken abrasiv, also wie Schleifpapier – die Zähne werden nicht weißer, sondern einfach dünner. Die moderne Zahnmedizin setzt stattdessen auf schonende, kontrollierte Bleaching-Verfahren beim Zahnarzt.
2. „Teeth-Contouring“ mit der Nagelfeile
Ein besonders gefährlicher Trend: Menschen feilen sich ihre Schneidezähne selbst zurecht, um sie „ebenmäßiger“ zu machen. Für die Kamera wirkt das einfach – in Wirklichkeit wird dabei unwiederbringlicher Zahnschmelz entfernt. Zahnschmelz wächst nicht nach. Jede Beschädigung erhöht das Risiko für Empfindlichkeiten, Karies und langfristige Zahnprobleme bis hin zum Absterben des Zahns. Ein professionelles Contouring beim Zahnarzt ist dagegen minimalinvasiv und sicher.
3. Zahnlücken schließen mit Sekundenkleber & Co.
Manche TikTok-Videos zeigen, wie kleine Zahnlücken mit Kunststoffen aus dem Bastelladen oder sogar Sekundenkleber „gefüllt“ werden. Das ist nicht nur unhygienisch – die Chemikalien sind absolut nicht für den Mundraum geeignet. Zudem können falsche Materialien Entzündungen verursachen oder sogar den Zahn schädigen. Für echte Zahnlücken gibt es bewährte, sichere Lösungen wie Komposit-Bonding oder kieferorthopädische Korrekturen mit einer Schienentherapie.
4. Ölziehen – Trend mit Tradition
Anders als viele DIY-Hacks ist Ölziehen nicht per se schädlich. Die Methode stammt aus der ayurvedischen Medizin und soll helfen, Bakterien im Mund zu reduzieren. Studien zeigen: Ölziehen kann ergänzend zur Mundhygiene einen kleinen Effekt haben, ersetzt aber niemals Zähneputzen oder professionelle Prophylaxe. Es ist also ein optionales Extra – kein Wundermittel.
5. Zahnseide vs. „Floss-Picks“
Auf TikTok wird heiß diskutiert, ob klassische Zahnseide oder Einweg-Floss-Picks besser sind. Aus fachlicher Sicht gilt: Hauptsache, die Zahnzwischenräume werden täglich gereinigt. Zahnseide ist ökologisch sinnvoller, während Zahnseide-Sticks für viele Menschen einfacher in der Anwendung sind.
Fazit:
TikTok kann inspirieren – aber nicht beraten. Wenn Sie Trends sehen, die an Ihren Zähnen „herumdoktern“, seien Sie skeptisch. Zahnbehandlungen gehören immer in die Hände von Fachleuten. Bei Fragen hilft Ihnen Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt gern weiter und erklärt, welche Methoden sicher, sinnvoll und wissenschaftlich fundiert sind.
Quelle: Staude GmbH, Oberhausen – www.staude.de
Bildnachweis: ©Natalia – stock.adobe.com