Vollprothesen - Vom: 03.01.2018

Vollprothesen

Dank zahnerhaltender Therapien und konsequenter Prävention behalten heutzutage immer mehr jüngere Senioren (65- bis 74-Jährige) ihre eigenen Zähne. Dennoch kann es bei manchen im Alter dazu kommen, dass im Ober- und/oder Unterkiefer keine Zähne mehr vorhanden sind. Oft ist die Ursache dafür eine Parodontitis oder die Zerstörung eines alten Zahnersatzes. Eine Vollprothese, auch Totalprothese bzw. im Volksmund Gebiss genannt, kann dann eingesetzt werden und ersetzt die komplette Zahnreihe. Sind hingegen noch eigene Zähne für die Befestigung einer Prothese vorhanden, spricht man von einer Teilprothese.

Material einer Vollprothese

Die Vollprothese besteht in der Regel aus einem rosafarbenen Kunststoff, der mit Kunststoffzähnen versehen wird (selten auch mit Keramikzähnen). Die Kunststoffzähne gleichen den natürlichen Zähnen und sind stabil gegen Abnutzung. Die Kunststoffbasis der Prothese liegt passgenau auf dem Kieferkamm und deckt im Oberkiefer den Gaumen ab. Die Vollprothese besteht nur aus 20 bis 28 Zähnen, um die Statik zu verbessern.

Behandlungsphasen

Nach einer Voruntersuchung führt Ihr Zahnarzt spezielle Abformmethoden durch, um die Form der Prothese zu ermitteln. Diese ist für den späteren Halt und die Funktion sehr wichtig. Anschließend wird die Vollprothese eingesetzt und die Ästhetik kontrolliert. Dann erfolgen die Eingliederung und die Kontrolle eventueller Druckstellen. Es sind mehrere Sitzungen nötig, um einen guten Sitz der Vollprothese zu gewährleisten.

Eingewöhnungsphase

Die Prothese ist in den ersten Wochen zunächst gewöhnungsbedürftig. Die Zähne fühlen sich anders an, und das Essen und Sprechen erfordert etwas Übung. Die Prothese hält durch Saugwirkung, Haft- und Klebewirkung und die Wangenmuskulatur. Der Saugeffekt entsteht durch einen dünnen Speichelfilm zwischen der Schleimhaut und der Prothesenbasis. Die Prothesenbasis sollte dazu genau auf der Schleimhautoberfläche anliegen. Beim Oberkiefer saugt sich die Prothese am Gaumen fest. Im Unterkiefer liegt die Prothese auf der Schleimhaut und wird erst durch Zubeißen auf den Kieferkamm gedrückt.

Die implantatgetragene Vollprothese

Die Vollprothese kann auf Implantaten befestigt werden und bietet dann einen wesentlich besseren Halt dank der stabilen Verankerung. Zunächst werden mehrere Zahnimplantate eingesetzt. Sie stimulieren das Knochengewebe und wirken unterstützend beim Erhalt des gesunden Knochens und der natürlichen Gesichtszüge. Eine Brücke wird dann entsprechend eingepasst. Sie funktioniert wie natürliche Zähne. Die Sorge, dass sich beim Essen die Prothese löst, besteht nun nicht mehr.

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