Infektionen sicher vorbeugen - Vom: 20.08.2018

Infektionen sicher vorbeugen

Damit Ihr Hund im Urlaub gesund bleibt

Die schönste Zeit des Jahres wollen rund die Hälfte aller Hundebesitzer nicht ohne ihren vierbeinigen Freund verbringen. Konsequenter Parasitenschutz ist dann besonders wichtig.

Wie Mensch und Hund fühlen sich auch Parasiten im warmen Klima sehr wohl. Doch blutdurstige Mücken und Zecken sind mehr als nur lästig: Sie können gefährliche Krankheiten übertragen — und zwar das ganze Jahr über. Vor Auslandsreisen sollten sich Hundehalter unbedingt beim Tierarzt über notwendige Impfungen für den Urlaubsort, Einreisebestimmungen und geeignete Mittel gegen örtliche Parasiten erkundigen.

Damit die vierbeinigen Begleiter keine unerwünschten Souvenirs mit nach Hause schleppen, gehört ein guter Zeckenschutz ins Reisegepäck. Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte empfiehlt Antizeckenmittel mit doppelter Schutzwirkung, weil sie einerseits die vor Ort lauernden Parasiten abwehren und andererseits besonders aufdringliche Plagegeister nach kurzem Kontakt den Garaus machen. Damit schützen sie Hund und seinen Menschen vor gefährlichen Krankheitserregern und verhindern auch die Erreger-
übertragung auf unbehandelte Hunde. Die häufigsten Hundekrankheiten, die aus südlichen Ländern nach Deutschland eingeschleppt werden sind Leishmaniose, Babesiose und Ehrlichiose. Unbehandelt enden sie nicht selten tödlich.

Leishmaniose durch Sandmücken

Sandmücken kommen in Asien und Afrika sowie in den Mittelmeerländern vor und sind auch schon in Südwestdeutschland, der Schweiz und Belgien nachgewiesen worden. Durch ihren Stich können sie Leish-
manien übertragen. Die Erreger befallen Haut, Leber, Knochenmark und Lymphknoten des Hundes. Die Erkrankung macht sich oft erst etliche Wochen oder Monate nach der Ansteckung durch Abmagerung, Hautveränderungen und Haarausfall des Hundes um Augen, Schnauze und Ohrränder bemerkbar, eine weitere Folge sind Blutarmut, Milz- und Lymphknotenschwellung. Die Krankheit gilt bei Hunden als unheilbar und endet ohne Behandlung tödlich. In seltenen Fällen kann sie auch auf den Menschen übertragen werden, zum Beispiel über Hautwunden. Eine Impfung gibt es bisher nicht.

Zecken übertragen Babesiose

Die lebensgefährliche Babesiose, beziehungsweise „Hundemalaria“, kann in allen warmen Klimazonen auftreten, aber auch in Deutschland und Österreich. Zudem ist sie in Frankreich besonders gefürchtet. Beim Blutsaugen übertragen Zecken die Babesien auf den Hund. Sie vermehren sich ähnlich wie bei Malaria in den roten Blutkörperchen und zerstören sie. Innerhalb von zwei Tagen bis drei Wochen kommt es zu hohem Fieber, Mattigkeit, Gewichtsverlust, Blutarmut und häufig auch Gelbsucht. Unbehandelt stirbt der Hund meist schon nach wenigen Tagen. Doch selbst bei einer Behandlung endet die Infektion bei jedem zehnten Hund tödlich. Als Krankheitsüberträger sind die Auwaldzecke und die braune Hundezecke auch bei uns auf dem Vormarsch.

Übeltäter braune Hundezecke

Noch gilt die Ehrlichiose als Reisekrankheit aus den Tropen und dem Mittelmeerraum, doch zunehmend wird sie durch die braune Hundezecke auch nördlich der Alpen eingeschleppt. Dabei befällt die Bakterienart Ehrlichia canis die weißen Blutkörperchen. Etwa eine Woche bis zu 20 Tagen nach dem Zeckenstich leidet der Vierbeiner an Fieber, Augen- und Nasenfluss und verliert an Gewicht. Die Lymphknoten und Milz schwellen an. Eine chronische Ehrlichiose mit verstärk-ter Blutungsneigung kann sich entwickeln. Behandelt wird die Erkrankung mit Antibiotika. Durch Blutkontakt ist sie aber auch auf den Menschen übertragbar.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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