Eltern unterschätzen Zuckergehalt in Lebensmitteln - Vom: 03.05.2018

Eltern unterschätzen Zuckergehalt in Lebensmitteln


Fast ein Drittel der Weltbevölkerung ist übergewichtig, darunter auch viele Kinder. Eine Studie am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und der Universität Mannheim zeigt nun, dass die meisten Eltern den Zuckergehalt von beliebten Lebensmitteln massiv unterschätzen - mit Folgen für das Gewicht ihrer Kinder. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift International Journal of Obesity veröffentlicht.



Den Eltern, die an der Studie teilgenommen hatten, wurden Bilder von Orangensaft, Cola, Pizza, Joghurt, Müsliriegel und Ketchup gezeigt. Aufgabe war es, den Zuckergehalt jedes Lebensmittels in Zuckerwürfeln zu schätzen. Es zeigte sich, dass 74 Prozent der Eltern den Zuckergehalt der meisten Nahrungsmittel und Getränke teils erheblich unterschätzten. Bei Joghurt zum Beispiel unterschätzten sogar 92 Prozent den Zuckergehalt – und das im Schnitt um sieben Würfel. "Eltern vermuten häufig deutlich weniger Zucker in Lebensmitteln als tatsächlich enthalten ist. Dies ist ein potenzieller Risikofaktor für Übergewicht bei Kindern. So hatten die Eltern, die den Zuckergehalt unterschätzten auch häufiger übergewichtige Kinder", sagt Erstautorin Mattea Dallacker, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsbereich "Adaptive Rationalität" des Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB). Besonders vertan haben sich die Eltern bei den Nahrungsmitteln und Getränken, die allgemein für gesund gehalten werden, wie Joghurt oder Orangensaft (84 Prozent). Lediglich bei Müsliriegeln und Ketchup überschätzten mehr Eltern den tatsächlichen Zuckergehalt.



Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lautet: Der Zuckerkonsum sollte für Kinder wie auch Erwachsene nicht mehr als 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Das entspricht bei einem durchschnittlichen Erwachsenen etwa 16 Zuckerwürfeln à drei Gramm Zucker; bei sieben- bis zehnjährigen Kindern etwa 15. In Deutschland ist die verzehrte Menge fast doppelt so hoch. Üblicherweise treffen Eltern die Ernährungsentscheidungen für ihre Kinder. Für die Studie untersuchten die Forscher daher, wie gut Eltern den Zuckergehalt von verschiedenen Nahrungsmitteln und Getränken einschätzen können. Die Ergebnisse setzten sie in Zusammenhang mit dem Body-Mass-Index (BMI) der Kinder. Insgesamt nahmen 305 Eltern-Kind-Paare an der Studie teil, die Kinder waren zwischen 6 und 12 Jahre alt.

Quelle: aponet.de

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