Behandlung mit Lachgas - Vom: 17.01.2018

Behandlung mit Lachgas beim Zahnarzt

Viele Menschen haben ein ungutes Gefühl vor dem Zahnarztbesuch und zögern diesen so lange es geht hinaus. Manche entwickeln eine regelrechte Zahnarztangst mit Symptomen wie Zittern, feuchten Händen und Magenschmerzen. Sie halten lieber Schmerzen aus, als eine Zahnarztpraxis zu betreten. Oft haben sie aber umfangreiche Schäden im Mund. Für diese Patienten kommt neben einer Vollnarkose auch eine Sedierung mit Lachgas in Frage. Die Lachgassedierung kann auch bei behandlungsunwilligen Kindern vorgenommen werden, wenn eine Zahnbehandlung dringend notwendig ist.

Was ist Lachgas?

Lachgas (chemisch Distickstoffoxid) wird bereits seit den 90er Jahren in der Zahnmedizin als Sedierungsmittel genutzt. Das Lachgas, gemischt mit Sauerstoff, wird vom Körper über eine spezielle Nasenmaske über die Lunge aufgenommen und wieder komplett durch die Lunge abgegeben. Es tritt nicht in den Stoffwechsel ein. Das abgeatmete Gas wird mit der Nasenmaske abgesaugt. Ihr Zahnarzt stellt den Lachgasanteil individuell auf den Patienten ein. Das farblose, leicht süßlich riechende Gas ist auch für lange Sitzungen geeignet.

Entspannende Wirkung

Die Sedierung mit Lachgas hat eine beruhigende Wirkung auf den Patienten, Ängste werden ausgeblendet und das Zeitgefühl geht verloren. Der Patient verliert nicht das Bewusstsein, er bleibt jederzeit ansprechbar und das Schmerzempfinden ist reduziert. Der für Angstpatienten typische Würgereiz bleibt aus. Die behandelten Stellen werden meist zusätzlich betäubt, die Injektion wird aber dank der Sedierung kaum wahrgenommen. Während der gesamten Behandlung wird der Patient an einen digitalen Pulsmesser angeschlossen, der den Pulsschlag misst.

Vollständiges Ausatmen

Am Ende der Behandlung atmet der Patient für wenige Minuten nur reinen Sauerstoff ein. Die Wirkung des Lachgases lässt nach und verschwindet vollständig. Der Patient kann ohne Begleitung nach Hause gehen und am täglichen Leben teilnehmen. Durch die niedrige Lachgaskonzentration von bis zu 50 Prozent treten in der Regel keine Nebenwirkungen auf. In seltenen Fällen können sich Übelkeit und Erbrechen einstellen. Diese unerwünschten Nebenwirkungen klingen ab, sobald kein weiteres Lachgas mehr eingeatmet wird.

Kosten der Behandlung

Die Kosten der Lachgasbehandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen und müssen in Eigenleistung getragen werden. Sie sind aber wesentlich kostengünstiger als eine Vollnarkose.

Mit der Lachgassedierung kann auch bei Angstpatienten die Zahngesundheit wieder hergestellt werden. Unangenehme Erfahrungen beim Zahnarzt bleiben aus.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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