Im alter oft unentdeckt - Vom: 03.10.2018

Im Alter oft unentdeckt

Bei Senioren bleiben Depressionen oft unerkannt und unbehandelt. Das muss sich ändern – denn eine maßgeschneiderte Therapie verspricht in jedem Alter Erfolg und ein Plus an Lebensqualität.

Freudlosigkeit, Schlafstörungen und anhaltende Erschöpfung sind typisch für eine Depression. Die schwerwiegende Erkrankung trifft junge und alte Menschen – bundesweit über fünf Millionen. Bei Senioren werden die krankheitstypischen Symptome allerdings leicht übersehen, oft als Begleiterscheinung des Alterns oder als Folge anderer Erkrankungen fehlinterpretiert.

Depressiv oder dement?

Mitunter ist die Abgrenzung einer Depression von einer Demenz schwierig, da beide Krankheiten mit Sprechhemmung, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen einhergehen können. Jedoch gibt es wesentliche Unterschiede. „Depressive Patienten sind in der Regel nicht desorientiert, das heißt, sie können auf Nachfragen zum Beispiel das Datum und die Uhrzeit richtig angeben. Bei Demenzkranken ist dies häufig nicht der Fall“, sagt Professor Ulrich Hegerl von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Zudem spüre man bei depressiven Menschen den großen Leidensdruck, während Patienten mit dementiellen Erkrankungen ihre Beschwerden oft leichter nähmen oder bagatellisierten, so der Experte.

Gut behandelbar

Eine Depression ist auch im Alter gut behandelbar. Die konsequente Therapie ist wichtig, da die Krankheit bei Senioren ein besonders hohes Suizidrisiko birgt. Hinzu kommt, dass mögliche Folgen wie körperliche Inaktivität, mangelnde Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme für alte Menschen rasch lebensbedrohlich werden können.

Behandelt wird mit Medikamenten, sogenannten Antidepressiva, die der Arzt verordnet. Auch die kognitive Verhaltenstherapie kann helfen. Hier lernen Betroffene unter anderem, negative Gedankenkreise zu unterbrechen. Mehr Infos über Depressionen im Alter bekommen Betroffene, Angehörige und Interessierte auf der Internetseite der Stiftung Deutsche Depressionshilfe (https://www.deutsche-depressionshilfe.de) oder am Info-Telefon Depression unter 0800 33 44 5 33.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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