Zahnnerventzündung - Vom: 21.03.2018

Was ist eine Zahnnerventzündung?

Ein häufiger Grund für Zahnschmerzen ist eine Entzündung des Zahnnervs. Die Zahnnerventzündung (Pulpitis) ist zunächst noch umkehrbar und der Zahnnerv bei rechtzeitiger Behandlung noch zu retten. Bei Verdacht auf eine Zahnnerventzündung sollten Sie schnell Ihren Zahnarzt aufsuchen. Bis zur Behandlung helfen Ihnen bei akuten Entzündungen zunächst rezeptfreie Schmerzmittel.

Mögliche Symptome

Typisch für die Entzündung sind klopfende Schmerzen und ein Aufbissschmerz. Oft treten Schmerzen spontan in der Nacht auf, da die Bettwärme den Entzündungsprozess unterstützt. Kälte wirkt oft lindernd. Zwischen den starken Schmerzattacken können Pausen auftreten, die Abstände verringern sich im Laufe der Zeit allerdings immer mehr. Meist entsteht irgendwann ein ununterbrochener Zahnschmerz.

Ursachen einer Zahnnerventzündung

In die Pulpahöhle durchbrechende Karies kann den empfindlichen Zahnnerv entzünden und zu Schmerzen führen. Ein weiterer Grund kann ein Zahnunfall sein, bei dem Bakterien durch die defekte Stelle im Zahnschmelz in den Zahn eindringen und die Nerven reizen. Die Zahnnerventzündung kann auch durch Druck auf den Zahn entstehen, z. B. durch überstehende Zahnfüllungen oder Kronen. Hitze ist ebenfalls ein auslösender Faktor.

Behandlung bei Ihrem Zahnarzt

Wird die Ursache der Entzündung rechtzeitig beseitigt, z. B. durch Abschleifen einer zu hohen Krone oder Beseitigung der Karies, heilt der Zahnnerv eventuell noch ab. Ist der Nerv dauerhaft entzündet, wird eine Wurzelbehandlung nötig.

Oft sind die Zahnschmerzen sehr stark und strahlen aus. Der betroffene Zahn kann mittels einer Sensibilitätsprüfung lokalisiert werden. Hierbei wird mit Kältereizen festgestellt, ob der Zahn lebt bzw. die Pulpa (das Zahnmark) vital ist. Eventuell wird ein Röntgenbild erstellt, um versteckte Karies nachzuweisen.

Ist der Reiz zu groß und die Kariesbakterien werden nicht entfernt, breitet sich die Entzündung im Zahnnerv und im Wurzelkanal weiter aus. Der Zahnnerv bzw. das Zahnnervgewebe stirbt ab, es handelt sich dann um einen „toten“ Zahn. Ohne Behandlung kann es zu einer Entzündung der Zahnwurzelspitze kommen, die in eine Wurzelvereiterung münden kann, die sich bis in den Kieferknochen fortsetzen kann. Es kann nötig werden, den kompletten Zahn zu entfernen.

Abgestorbener Zahnnerv

Selbst wenn der Zahnnerv abstirbt und der Zahn als „tot“ gilt, kann er noch jahrelang im Mund verbleiben und gute Dienste leisten. Das Ziel Ihres Zahnarztes ist es immer, den Zahn so lange es geht zu erhalten. Zahnersatz sollte immer die zweite Wahl sein.

Uhrheberrechtliche Hinweise und Impressum
Diesen Artikel: per E-Mail mailen | Ausdrucken drucken | Ausdrucken vorlesen