Tinnitus: Nicht stressen lassen! - Vom: 05.06.2017

Tinnitus: Nicht stressen lassen!

Ohrgeräusche gelten als Warnsignal des Körpers: Zu viel Stress belastet die Nerven. Gezielte Entspannungsmethoden und natürliche Mittel helfen dabei, quälende Tinnitus-Töne wieder loszuwerden oder ausblenden zu können.

Klingeltöne im Kopf: Die Diagnose „Tinnitus“ stellt der Arzt, wenn sein Patient Geräusche hört, die nicht von einer externen Schallquelle stammen. Der Mediziner spricht deshalb auch von subjektiven Ohrgeräuschen – nur der Betroffene selbst nimmt sie wahr. Ein Tinnitus kann sich ganz individuell äußern; meistens wird das Geräusch als Pfeifen, Klingeln, Zischen oder Brummen beschrieben. Es kann in seinem Charakter und der Lautstärke variieren und sich auch mit der Zeit verändern.

Tritt das interne Ohrklingeln erstmalig auf, handelt es sich zunächst um einen akuten Tinnitus. Bei frühzeitiger Therapie lässt er sich gut behandeln, und eine vollständige Heilung ist möglich. Erklingt der Tinnitus über einen längeren Zeitraum, besteht die Gefahr, dass er sich verfestigt – hält das Scheingeräusch länger an als drei Monate, spricht man von einem chronischen Tinnitus.

Lärm ist Stress fürs Gehör

Stress und Lärmbelastungen können die Entwicklung der Hörstörung begünstigen. Bei einer Umfrage der Tinnitus-Liga gab jeder vierte Teilnehmer Stress als Ursache für die Ohrgeräusche an. Eine mögliche Erklärung für den Zusammenhang ist Sauerstoffmangel: Durch Stress wird im Körper Adrenalin ausgeschüttet, was zu einer Verengung der Ohrgefäße und Mangelversorgung der Hörnerven mit Sauerstoff führen kann. Das macht sie anfälliger für eine Fehlverarbeitung von Tönen, die dann zum Tinnitus führt.

Auch anhaltende Lärmbelastungen erhöhen das Tinnitus-Risiko. Das gilt nicht nur für Menschen mit einem lauten Arbeitsplatz – wie Musiker, Bauarbeiter oder Stahlwerker –, sondern unter Umständen auch im Alltag: Wenn etwa die Geräusche vom Nachbarn, der Lärm der Straße oder der Krach von der Baustelle nebenan als störend empfunden werden, bedeutet das Stress. Dann kommen Schall- und Nervenbelastung zusammen.

Im Alter steigt das Risiko

Hinzu kommt, dass das Risiko für eine Tinnitus-Erkrankung mit zunehmendem Alter steigt. Das liegt vermutlich an zahlreichen altersbedingten Veränderungen im Gehirn. So nimmt insbesondere durch Lärmexposition die Zahl der Haarzellen im Innenohr über die Lebensjahre stark ab. Weitere Schädigungen summieren sich, sie können im Alter immer schlechter durch die noch intakten Hörzellen kompensiert werden.

Wer vorbeugen möchte, sollte versuchen, Lärmbelastungen so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen. Auch die bewusste Vermeidung von Stress kann einer späteren Tinnitus-Erkrankung vorbeugen. Stress ist ein subjektives Empfinden, und es gibt viele individuelle Möglichkeiten, ihn abzubauen: Dazu gehören vor allem Bewegung, Ablenkung und gezielte Entspannungsmethoden.

Naturmedizin gegen Ohrgeräusche

Wenn Ohrgeräusche erstmals auftreten, gilt folgende Faustregel: Bleibt der Ton länger als 72 Stunden, sollten Betroffene kurzfristig ärztliche Hilfe suchen. Bei schneller Therapie bestehen gute Chancen, dass die Ohrgeräusche wieder abklingen. Wird der Tinnitus chronisch, kommen unter anderem verhaltenstherapeutische Behandlungen zum Einsatz. Durch Entspannung, Beratung und psychologische Betreuung lernen die Betroffenen, besser mit dem Geräusch umzugehen.

Zur begleitenden Behandlung bei akutem und chronischem Tinnitus hat sich zum Beispiel die Einnahme eines Ginkgo-Spezialextrakts bewährt. Die wirksamen Inhaltsstoffe der Ginkgo-Blätter fördern die Durchblutung und verbessern so die Sauerstoffversorgung in Gehirn und Innenohr – die Wirkung tritt nach zwei bis vier Wochen ein. Die Ginkgo-Tabletten müssen ausreichend hoch dosiert sein und lange genug eingenommen werden, empfohlen wird eine Dosis von 120 bis 240 mg am Tag bei einer Therapiedauer von mindestens zwölf Wochen. Ginkgo ist gut verträglich und zur Langzeitanwendung geeignet.

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Quelle: https://www.ratgebergesund.de/

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