Zahngesundheit in der Schwangerschaft - Vom: 27.04.2016

Zahngesundheit in der Schwangerschaft

„Jedes Kind kostet einen Zahn.“ In unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft gilt diese alte Weisheit als überholt. Dennoch sollte während der Schwangerschaft auf eine gute Mundhygiene geachtet werden. Durch die hormonelle Umstellung besteht ein erhöhtes Risiko für Karies und Parodontitis.

Zahnfleischprobleme

Das Zahnfleisch ist während der Schwangerschaft besonders empfindlich, da es stärker durchblutet ist und die Gefäße anschwellen. Bakterien können sich schneller ansiedeln und Entzündungen herbeiführen. Es kann zu einer Zahnfleischentzündung (Schwangerschaftsgingivitis) kommen. Die Zahnpflege sollte daher besonders gründlich sein, um größeren Problemen entgegenzuwirken. Am besten reinigen Sie die Zähne sorgfältig mit einer weichen Bürste und säubern die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Mikrobürsten.

Beschwerden durch Erbrechen

In den ersten Monaten leiden viele Schwangere unter Übelkeit und Erbrechen. Wenn Magensäure an die Zähne kommt, kann diese den Zahnschmelz angreifen. Es empfiehlt sich, den Mund auszuspülen und mit dem Zähneputzen mindestens eine halbe Stunde zu warten, um den empfindlichen Zahnschmelz durch die Bürste nicht noch mehr zu belasten.

Karies- und Parodontitisrisiko

Während der Schwangerschaft sollte auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung geachtet werden. Veränderte Essgewohnheiten stören das natürliche Gleichgewicht der Bakterien in der Mundhöhle. Zuckerhaltige Lebensmittel begünstigen die Vermehrung von Kariesbakterien, die die Zähne angreifen. Produkte, die Vitalstoffe enthalten, sind hingegen zu empfehlen, wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Milch, mageres Fleisch und Fisch. Sie müssen nicht für zwei essen, täglich 10 Prozent mehr als sonst ist völlig ausreichend. Auch für die Zahnentwicklung des Kindes ist es wichtig, dass Sie sich bewusst ernähren, die Zahnleisten mit den Keimanlagen für die späteren Zähne des Kindes entwickeln sich bereits ab der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche.

Eine unbehandelte Parodontitis gefährdet nicht nur die Zähne der Mutter, es besteht auch ein erhöhtes Risiko, dass es zu einer Frühgeburt kommt. Beim Kampf gegen die Entzündung im Mund produziert das Immunsystem Botenstoffe, die ebenfalls in die Gebärmutter gelangen und vorzeitige Wehen auslösen können.

Zahnarztbesuch

Zu Beginn der Schwangerschaft ist eine Untersuchung bei Ihrem Zahnarzt empfehlenswert. Ihr Zahnarzt kann dann kontrollieren, ob Zähne und Zahnfleisch in Ordnung sind und gegebenenfalls eine Behandlung durchführen. Er wird Ihnen gern Tipps zur Mundhygiene geben. Eine professionelle Zahnreinigung ist eine sinnvolle Maßnahme zur Vorbeugung von Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen. Eine zweite Untersuchung kann drei Monate später erfolgen. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft sollten nur dringend notwendige Behandlungen durchgeführt werden.

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