Wie eine endlose schwere Grippe - Vom: 05.04.2018

Wie eine endlose schwere Grippe

CFS, Chronisches Erschöpfungssyndrom oder Myalgische Enzephalomyelitis heißt die Krankheit, die Betroffene meist nach einem Infekt aus dem alltäglichen Leben reißt.

von Saskia Fechte

Grippe, Pfeiffersches Drüsenfieber und andere Viruserkrankungen sind häufig der Vorläufer für CFS (englisch: chronic fatigue syndrome). Die Beschwerden, ähnlich wie bei einer schweren Grippe, lassen mit Abklingen der Erkrankung bei den Betroffenen jedoch nicht nach. Lähmende Erschöpfung als Dauerzustand ist laut Fatigatio e. V., einer Patientenorganisation von Menschen in Deutschland, die vom Chronischen Erschöpfungssyndrom betroffen sind, das zentrale Symptom. Hinzu kommen Glieder- und Kopfschmerzen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, geschwollene Lymphknoten, Störungen von Kurzzeitgedächtnis und Konzentration, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden.

Ein medizinisches Rätsel

Wie CFS entsteht, liegt noch im Dunkel. Weder bestimmte Biomarker noch medizinische Tests ergeben eine eindeutige Diagnose. Zur Definition dienen die „Fukuda-Kriterien“: Demnach ist die Leistungsfähigkeit gegenüber dem gesunden Zustand permanent um mehr als 50 Prozent verringert und diese Situation besteht mehr als sechs Monate. Zudem müssen mindestens vier definierte Nebensymptome vorliegen. Andere mögliche Auslöser wie Schilddrüsen-, Herz- oder Leberstörungen, krankhaftes Übergewicht, Multiple Sklerose, Tumore, Diabetes und schwere psychische Erkrankungen müssen ausgeschlossen sein.

Weder Depression noch psychosomatisch

Antriebslosigkeit, Gedächtnisstörungen, zu wenig Kraft für einfachste Tätigkeiten und lähmende Erschöpfung lassen Patienten, Ärzte und Psychotherapeuten oft an eine Depression oder psychosomatische Krankheit denken. Aber CFS ist als neurologische, multisystemische Erkrankung klar davon abzugrenzen. Die richtige Diagnose ist zwingend notwendig, denn die Therapieansätze unterscheiden sich grundlegend: Aktivierende Übungen und Schlafentzug helfen bei CFS nicht, sie bewirken oft sogar eine Verschlechterung.

Ruhephasen und Antioxidantien

Viele Menschen mit CFS können ihren gewohnten Alltag, geschweige denn ihren Beruf, nicht mehr ausführen. Sport, Hobbys und soziale Kontakte sind kaum aufrechtzuerhalten. Den chronisch Erschöpften bleibt kaum mehr übrig als ihre Tätigkeiten an ihre Energiereserven anzupassen, die verbliebenen Kräfte gut einzuteilen und ausgiebige Ruhephasen zu halten. Einige Mediziner beobachten gute Behandlungserfolge mit einer gesunden Ernährung, ergänzt um Vitalstoffe wie Glutathion, den Vitaminen B1, B6 und B12 sowie Coenzym Q10.

Möchten Sie mehr wissen?

www.fatigatio.de

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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