Erhöhtes Allergierisiko? - Vom: 16.07.2018

Erhöhtes Allergierisiko?

Was Babys trinken sollten

Allergiegefährdete Babys brauchen in den ersten Lebensmonaten nur Muttermilch. Wenn’s mit dem Stillen nicht klappt, ist HA-Nahrung eine gute Alternative.

Experten sind sich einig: In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch die beste Nahrung für Babys. Denn darin stecken alle Nährstoffe, die der kleine Mensch zum Wachsen und Gedeihen braucht. Außerdem kann Muttermilch rund um die Uhr in richtiger Temperatur und hygienisch einwandfrei „serviert“ werden. Abgesehen von diesen praktischen Aspekten weiß man heute, dass Stillen das Baby in einem gewissen Maße vor Allergien schützen kann. Und allergische Erkrankungen sind in westlichen Industrienationen seit Jahren auf dem Vormarsch.

Erblich vorbelastet

Rund 25 bis 30 Prozent der Menschen in Deutschland entwickeln im Kindes- und Jugendalter eine Allergie. Und Babys aus allergisch vorbelasteten Familien durchlaufen sogar mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 80 Prozent eine Karriere als Allergiker. Babys gelten beispielsweise dann als besonders allergiegefährdet, wenn ein Elternteil oder sogar Mutter und Vater unter Allergien wie beispielsweise Heuschnupfen oder allergischem
Asthma leiden. Die familiäre Veranlagung wird als Atopie bezeichnet.

Die gute Nachricht: Eine angepasste Ernährung im ersten Lebensjahr kann das Allergierisiko erblich vorbelasteter Säuglinge mindern. Babys mit erhöhtem Allergierisiko sollten daher mindestens vier Monate lang ausschließlich gestillt werden — so die Empfehlung der medizinischen Fachgesellschaften für Kinderheilkunde und Allergologie. Der kindliche Organismus erkennt Muttermilch als körpereigen und entwickelt daher keine Allergie gegen das mütterliche Milcheiweiß.

Allergenarme Flaschenkost

Doch was tun, wenn es mit dem Stillen nicht klappt oder das Baby nicht ausreichend satt wird? In diesem Fall wird eine allergenarme, sprich hypoallergene, Säuglingsnahrung empfohlen. Diese auch als HA-Nahrung bezeichnete Milch orientiert sich in ihrer Zusammensetzung an der Muttermilch. Das in HA-Nahrung enthaltene Milcheiweiß ist bereits aufgespalten, um so die Allergenität zu senken. Ob HA-Nahrung ins Fläschchen kommt, sollten Eltern und Kinderarzt gemeinsam entscheiden. Von anderen Alternativen zum Stillen, beispielsweise Sojanahrung, raten Fachleute ab. Soja gilt selbst als potenzieller Allergieauslöser und ist somit gerade für Risikokinder keine sinnvolle Alternative zur Kuhmilchnahrung. Ebenso bleiben andere Tiermilchnahrungen wie etwa von Ziege, Schaf oder Stute bislang den Beweis für eine allergiepräventive Wirkung schuldig. Für die Ernährung von Babys mit erhöhtem Allergierisiko sind sie ungeeignet.

Grundsätzlich gilt: Welche Säuglingsmilch im Einzelfall empfehlenswert ist, was auf keinen Fall in Babys Fläschchen gehört und was Eltern bei der Zubereitung der Mahlzeiten berücksichtigen sollten, wissen die Hebamme, der Kinderarzt und Ihr Apotheker. Und was Eltern sonst noch tun sollten, um Allergien zu verhindern, verrät die Deutsche Haut- und Allergiehilfe im Internet unter www.dha-allergien-vorbeugen.de.

Wenn Milch nicht mehr reicht

Ab dem fünften Monat sollten Sie langsam mit dem Zufüttern von Beikost beginnen. Mit Anfangs-Glaskost lassen sich Nahrungsmittel Schritt für Schritt einführen. Diese sehr fein pürierten und damit leicht zu schluckenden Fertigbreie sind besonders einfach zusammengesetzt, bestehen nur aus einer, zwei oder maximal drei sehr bekömmlichen Zutaten und enthalten weder Zucker noch Salz.

Quelle: www.ratgebergesund.de

Uhrheberrechtliche Hinweise und Impressum
Diesen Artikel: per E-Mail mailen | Ausdrucken drucken | Ausdrucken vorlesen