Rauch-Stopp ohne Extra-Kilos - Vom: 17.09.2018

Rauch-Stopp ohne Extra-Kilos

Keine Frage: Mit dem Qualmen aufzuhören bringt viele gesundheitliche Vorteile. Viele würden sich gern von ihrer Sucht befreien. Doch gerade Frauen schreckt die Aussicht auf einige Extrakilos ab.

Ganz unberechtigt ist die Befürchtung nicht: Im ersten Jahr nach dem Rauch-Stopp liegt die Gewichtszunahme im Durchschnitt bei fünf Kilogramm – allerdings ist sie nicht zwangsläufig von Dauer. Wie sich das Gewicht im Einzelfall verändert, ist von Person zu Person unterschiedlich. Man nimmt auch nicht nur zu, weil man mehr isst oder öfter zu einer Knabberei greift, wenn man mit dem Rauchen aufhört – auch der Stoffwechsel verändert sich: Wer qualmt, verbraucht täglich rund 200 Kilokalorien mehr als ein Nichtraucher. Außerdem unterdrückt Rauchen das Hungergefühl. Deswegen greifen manche doch wieder zur Zigarette. Keine gute Idee: Greifen Sie lieber zu einem Glas Wasser, einem Apfel oder einem zuckerfreien Kaugummi oder Bonbon.

Schritt für Schritt

Es ist nicht leicht, mit dem Rauchen aufzuhören und gleichzeitig das Gewicht zu halten – aber möglich ist es durchaus. Wichtig dabei: Sie müssen sich nicht unbedingt beiden Herausforderungen gleichzeitig stellen! Wer es erst einmal schafft, die Zigaretten wegzulassen, kann danach auch leichter abnehmen. Denn mit dem Rauchstopp verbessert sich gleichzeitig die Fitness. Dadurch machen Bewegung und Sport wieder viel mehr Spaß. Man macht dabei auch eine bessere Figur und fühlt sich insgesamt deutlich frischer und jünger.

Das Verlangen bremsen

Über 60 Studien gibt es zur Nikotinentwöhnung, die sich mit dem Thema Gewichtszunahme beschäftigen. Dabei zeigte sich: Eine reine Beratung zur Gewichtskontrolle reicht nicht aus. Denn die allgemeinen Ratschläge, auf die Gewichtsentwicklung zu achten, haben die Wahrscheinlichkeit erhöht, dann lieber weiter zu rauchen oder erneut damit anzufangen. Wer sehr besorgt um sein Gewicht ist, benötigt konkrete Unterstützung, um beide Ziele zu erreichen. Gute Rauch-Entwöhnungsprogramme bzw. eine Verhaltenstherapie zeigen die besten Erfolgschancen, der Sucht zu entsagen. Nikotinkaugummis oder -pflaster bremsen ein wenig das Verlangen. Verschreibungspflichtige Medikamente zur Nikotinentwöhnung können die Gewichtszunahme etwas bremsen. Die Wirkstoffe docken an den gleichen Rezeptoren im Gehirn an wie Nikotin. Der Rauchverzicht fällt leichter, die Gewichtszunahme wird um etwa ein Kilo verringert.

Diäten helfen nur kurz

Ex-Raucherinnen, die eine Diät machten, konnten ihr Gewicht besser halten. Am Ende der Studie hatten sie zwei Kilogramm abgenommen, während die anderen Teilnehmerinnen knapp zwei Kilogramm zunahmen. Der Unterschied von vier Kilogramm schrumpfte allerdings zwischen den beiden Gruppen mit der Zeit. Nach einem Jahr wogen die Teilnehmerinnen beider Gruppen wieder gleich viel. Untersucht wurden auch unterschiedliche Bewegungsprogramme: Von nur 45 Minuten pro Woche bis zu einem Training mehrmals pro Woche. Die Anzeichen sprechen dafür, dass körperliche Aktivität nach einer Rauchentwöhnung langfristig helfen kann, das Gewicht zu verringern. Vor allem die Kombination einer Diät mit einem Bewegungsprogramm verspricht auf längere Sicht bessere Erfolge.

Dabei gilt die Faustregel: Je langsamer man abnimmt, desto länger hält der Erfolg an!

Tipps gegen die Sucht

• Werfen Sie sämtliche Rauchutensilien in den Müll.

• Suchen Sie sich Ersatzrituale: Ein Stift zum Kritzeln beim Telefonieren, Kaugummis, etc.

• Meiden Sie vor allem anfangs typische Gefahrenzonen (Kneipenbesuche, andere Raucher treffen …).

• Schließen Sie mit Freunden Wetten ab - das motiviert!

• Vergessen Sie die eine „Ausnahmezigarette“ - Rauchen ist eine Sucht!

• Viel Wasser oder Kräutertee trinken hilft, ebenso häufiges Zähneputzen.

• Gehen Sie öfter eine Runde um den Block, laufen Sie oder radeln Sie. Das vertreibt den Rauchdrang, entspannt und macht fit.

Viel bewegen, leicht essen und Unterstützung helfen gegen die krebserzeugende Sucht.

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