Haarausfall – was tun? - Vom: 28.07.2016

Haarausfall – was tun?

Wenn sich der Kopfschmuck lichtet, leidet die Seele. Doch gegen Haarausfall gibt es wirksame Mittel. Für Männer und für Frauen.

Viele Menschen bekommen einen riesigen Schreck, wenn die Haarpracht plötzlich schwindet, der Schopf spürbar dünner wird und sich kahle Stellen auf dem Kopf zeigen. Vor allem Frauen sind entsetzt, für viele ist Haarausfall eine regelrechte Katastrophe. Kein Wunder, stehen Haare doch für Jugendlichkeit, Vitalität, Attraktivität und erotische Ausstrahlung.

Dass wir Tag für Tag Haare lassen müssen, ist noch kein Grund zur Sorge. Normal ist es, dass uns täglich etwa 60 bis 100 der rund 100.000 Haare auf unserem Kopf ausgehen. Unser Kopfschmuck unterliegt nämlich einem ganz eigenen Lebenszyklus: Etwa zwei bis sechs Jahre wächst ein Haar – pro Tag etwa 0,3 Millimeter, im Monat also etwa einen Zentimeter. Diese Wachstumsperiode bezeichnen Experten als Anagenphase. An sie schließt sich eine etwa zweiwöchige Umbauphase (Katagenphase) an, in der das Haar sein Wachstum einstellt. Schließlich kommt es in der dritten Phase, die als Ruhe- oder Telogenphase bezeichnet wird, nach zwei bis vier Monaten zum Ausfall des Kopfschmucks. Das abgestoßene Haar macht einem neuen Platz, das schon kurze Zeit später auf dem Haupt sprießt.

Ab 100 wird es ernst

Ein ständiges Kommen und Gehen auf dem Kopf ist also nichts Außergewöhnliches. Schwinden jedoch täglich mehr als 100 Haare, sprechen Mediziner von Haarausfall, in der Fachsprache Alopezie genannt. Wer darunter leidet, sollte zunächst einen Hautarzt aufsuchen. Viele Dermatologen und Kliniken bieten spezielle Haarsprechstunden an. Wichtig ist es, nach den Ursachen der schwindenden Haarpracht zu forschen und ernsthafte Erkrankungen, z. B. Diabetes oder Funktionsstörungen der Schilddrüse, auszuschließen.

Sind die Untersuchungen abgeschlossen, heißt die Diagnose des Arztes sehr oft: erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie). Er beruht auf einer Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT), das ein Abbauprodukt des männlichen Hormons Testosteron ist. Unter erblichem Haarausfall leiden zwar überwiegend Männer, doch auch Frauen können davon betroffen sein. Bei Männern beginnt der Kahlschlag meist mit Geheimratsecken, die sich über eine Halbglatze bis zur Vollglatze ausdehnen können. Bei Frauen fallen die Haare in der Regel im Scheitelbereich aus, wodurch das Haar am Oberkopf gelichtet wirkt.

Behandlung nach Maß

Die gute Nachricht: Erblich bedingter Haarausfall lässt sich behandeln. Für jüngere Männer zugelassen sind Tabletten mit dem Wirkstoff Finasterid, die der Arzt verschreiben muss. Diese Medikamente hemmen die Bildung von DHT und können dem Haarausfall so entgegenwirken. Rezeptfrei und sowohl für Männer als auch in geringerer Dosierung für Frauen gibt es in der Apotheke Lösungen mit dem Wirkstoff Minoxidil. Die Präparate werden direkt auf die Kopfhaut aufgetragen. Ebenfalls am Ort des Geschehens wirken Lösungen mit dem Wirkstoff Alfatradiol. Eine Beratung in der Apotheke hilft, das individuell passende Präparat zu finden.

Wichtig zu wissen ist, dass die Behandlung viel Geduld erfordert. Nur bei konsequent durchgeführter Therapie können Mittel gegen Haarausfall die gewünschte Wirkung zeigen.

Nicht immer erblich bedingt

Von der androgenetischen Alopezie unterscheiden sich zwei andere Formen des Haarausfalls, der kreisrunde und der diffuse. Beim kreisrunden Haarausfall handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit – das Immunsystem greift die körpereigenen Haarfollikel an. Die Erkrankung beginnt mit runden, kahlen Flächen am Kopf und kann sich in schweren Fällen über den gesamten Körper ausbreiten. Die Behandlung gehört in die Hände eines erfahrenen Dermatologen, der bei Bedarf andere Fachärzte hinzuzieht. Dem diffusen Haarausfall können Erkrankungen, etwa der Schilddrüse, zugrunde liegen, aber auch Infektionen, Mangelerscheinungen, Hormonumstellungen oder Stress.

Ergänzend gibt es in der Apotheke eine Reihe rezeptfreier Präparate, die dazu beitragen können, das Haarwachstum zu unterstützen. Hierin stecken zum Beispiel Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Ob ihre Einnahme sinnvoll sein kann, hängt von der Art des Haarausfalls und den Ursachen ab. Auch Shampoos mit durchblutungsförderndem Koffein oder Ginseng können Haarwurzeln und Haarwachstum positiv beeinflussen. Lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten!

Mythen über Haarausfall

1. Mythos 1:

Wer die Haare zu oft wäscht, riskiert Haarausfall! Falsch: Häufiges Haarewaschen führt nicht zu Haarausfall. Wer den Kopfschmuck täglich reinigt, sollte ein mildes Shampoo wählen, das zum Haartyp passt.

2. Mythos 2:

Färben lässt die Haarpracht schwinden! Unsinn: Wer sein Haar färbt, blondiert oder sich für eine Dauerwelle entscheidet, kann den Kopfschmuck zwar strapazieren, aber dadurch keinen Haarausfall verursachen.

3. Mythos 3:

Geschnittenes Haar wächst dicker nach! Einspruch:Der regelmäßige Gang zum Friseur kann die Haardichte nicht beeinflussen. Fest steht aber, dass kürzeres bzw. gut geschnittenes Haar voluminöser und kräftiger aussieht.

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