Heilende Farben - Vom: 01.12.2017

Heilende Farben

Licht kann helfen wie ein Medikament – eingesetzt zur richtigen Zeit mit dem richtigen Spektrum und der geeigneten Beleuchtungsstärke.

von Saskia Fechte

Unterschiedliche Wellenlängen werden durch Lichtbrechung in einzelne Bereiche aufgefächert. Wir können zwar einige Lichtfarben des Spektrums nicht sehen, aber therapeutisch nutzen.

Infrarotlicht macht etwa die Hälfte des Sonnenlichts aus – unsichtbar, aber als Wärme zu spüren. Infrarotstrahlen aus handelsüblichen Wärmestrahlern dringen in obere Hautschichten und sind der Klassiker bei Muskelverspannungen. Infrarot wirkt außerdem bei lokalen Entzündungen im Rahmen von Infekten oder rheumatischen Erkrankungen. Es regt Durchblutung, Stoffwechsel und Immunsystem an und lindert Schmerzen. Die unsichtbare Lichtfarbe dient außerdem zur berührungsfreien Temperaturmessung per Ohr- oder Stirnthermometer.

Blaues Licht wird bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Akne sowie Muskelschmerzen eingesetzt. Es setzt Stickstoffmonoxid in der Haut frei, dasEntzündungsprozesse stoppt. Neugeborene mit bedrohlicher Gelbsucht werden ebenfalls mit blauem Licht behandelt: Die kurzwelligen Strahlen spalten das in der Haut eingelagerte Bilirubin in harmlose wasserlösliche Elemente auf.

Ultraviolettstrahlung ist unsichtbar. Langwelliges UV-A verursacht kurzzeitige Bräune und Hautalterung. Kurzwelliges UV-B erzeugt anhaltende Bräune und ermöglicht die Vitamin-D-Bildung. Beide wirken antientzündlich, unterstützen das Immunsystem und lindern Juckreiz. UV-A wirkt gut bei Neurodermitis und Mastozytose, UV-B findet eher bei Schuppenflechte Anwendung; es vermindert die typische Überproduktion von Hautzellen.

PUVA(Psoralen + UV-A) ist eine erweiterte Anwendung von UV-Licht. Dabei erhöhen Psorale, Naturstoffe aus ätherischen Ölen verschiedener Pflanzen, die Lichtempfindlichkeit der Haut und intensivieren so die Lichttherapie. Einsatzgebiete sind Desensibilisierung bei Sonnenallergie, chronischer Juckreiz und die Weißfleckenkrankheit Vitiligo.

Farblichttherapie nutzt verschiedene Filter, um einzelne Lichtfarben zu erzeugen. Jeder Farbe werden bestimmte Heilwirkungen zugesprochen, so gilt Grün als ausgleichend und beruhigend, Orange löst Verkrampfungen und erhöht die Tatkraft. Die Anwendung erfolgt mit farbigen Lampen oder Brillen, bestrahlt werden bestimmte Körperregionen, Akupunkturpunkte oder die Augen.

Therapiegeräte für Blaulicht- und Infrarotanwendungen sowie Infrarotthermometer gibt es in Ihrer Apotheke.

Selbstheilung aktivieren mit Licht

Facharzt Hinrich Hörnlein-Rummel vom Therapeium Berlin behandelt Patienten mit chronischen Schmerzen. Sein Biopointing-Konzept nutzt dabei die biologischen Effekte von Licht zur Anregung der Selbstheilung und soll zukünftig auch in Arzt- und Therapeutenpraxen sowie Apotheken zum Einsatz kommen.

Wie funktioniert die Anregung von Selbstheilungskräften durch Licht?

Prof. Popp, ein Pionier der Lichtforschung, ermittelte, dass jede lebendige Zelle Licht speichert. Chromosomen bewahren Erinnerungen als eine Art Hologramm, das durch so genannte Biophotonen gelesen werden kann. Verschiedene Lichttherapiemethoden bilden die Eigenschaften dieser biologischen Photonen nach und nutzen sie therapeutisch – wie der Biopointer. Das Flächenlichtgerät strahlt je zur Hälfte rotes und infrarotes Licht aus und liefert Informationen an das Gewebe. So werden die Zellen in die Lage versetzt, eigene Selbstheilungsmechanismen anzuschalten und auszuführen. Das Wirkprinzip ist eine Energetisierung der Mitochondrien in den Zellen, die Selbstheilungsmechanismen fördern und Entzündungsparameter im Blut absenken.

Wobei kann Ihre Lichttherapie helfen?

Bisher wird der Biopointer bei Tennisellenbogen und Fersensporn angewendet. Die Wirkung bei weiteren Schmerzzuständen wie Fibromyalgie, Kalkschulter, Arthrose und Bandscheibenschmerzen wird zurzeit erprobt und ist viel versprechend.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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