Blickpunkt Füße - Vom: 02.10.2018

Blickpunkt Füße

Genau hingucken, behutsam reinigen, gründlich eincremen – Diabetikerfüße brauchen viel Aufmerksamkeit. Unsere Pflege-Tipps halten die Haut gesund und beugen Fußproblemen vor.

Menschen mit Diabetes haben ein hohes Risiko für Fußkomplikationen. Vor allem dann, wenn sie unter krankheitsbedingten Nervenschäden und Durchblutungsstörungen leiden. Denn dann bleiben Verletzungen an den Füßen oft unbemerkt und heilen zudem schlecht ab. So können sich aus kleinen Blessuren rasch große, entzündete Wunden und Geschwüre entwickeln. Mediziner sprechen von einem diabetischen Fußsyndrom. Es endet schlimmstenfalls mit einer Amputation.

Täglich ansehen

Der Zusammenhang macht klar, warum Diabetiker besonders gut auf ihre Füße achten müssen – vor allem, wenn die Nerven bereits angegriffen sind. „Die Füße täglich mit einem Vergrößerungsspiegel begutachten, um Veränderungen – wie Druckstellen, Hühneraugen oder eingewachsene Zehennägel – frühzeitig zu bemerken“, rät Silke Megens, pharmazeutisch-technische Assistentin in der Bahnhof-Apotheke in Goch am Niederrhein. Im Ernstfall heißt es: Sofort zum Diabetologen bzw. Podologen gehen.

Kurz baden

Eine konsequente Fußpflege trägt ebenfalls dazu bei, Schaden abzuwenden. Ist die Haut unverletzt, darf gebadet werden. „Die Füße maximal fünf Minuten in 35 bis 37 Grad Celsius warmes Wasser tauchen“, so die PTA. „Die Temperatur unbedingt mit einem Badethermometer überprüfen. Ein für Diabetiker geeigneter Badezusatz mit ätherischen Ölen reinigt sanft und belebt.“ Nach dem Bad muss die empfindliche Fußhaut gründlich, aber sanft mit einem weichen Frotteetuch abgetrocknet werden, zwischen den Zehen am besten mit einem Wattepad.

Regelmäßig eincremen

Ein Muss für Diabetiker: Die Füße täglich mit einer hochwertigen Fußcreme verwöhnen. „In der Apotheke gibt es medizinische Pflegeprodukte mit hohem Harnstoffgehalt, die die Haut intensiv mit Feuchtigkeit versorgen und starker Hornhautbildung vorbeugen“, sagt Silke Megens. „Ich empfehle meinen Kunden gerne leichte Texturen, die besonders rasch in die Haut einziehen.“ Ist die Haut an die Füßen extrem trocken, heißt es: Besser zwei Mal täglich eincremen.

Grundsätzlich gilt: Keine spitzen und scharfen Instrumente wie Nagelscheren und Hornhauthobel benutzen. Besser: Hornhaut sanft mit einem Bimsstein wegrubbeln und Nägel – stets gerade – mit einer Sandblattfeile kürzen.

ZITAT: Silke Megens, PTA

„Fußpflege-Produkte für die oft trockene Diabetikerhaut müssen sehr gut verträglich und dermatologisch getestet sein, zum individuellen Hautzustand passen und ein angenehmes Gefühl auf der Haut hinterlassen.“

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

Uhrheberrechtliche Hinweise und Impressum
Diesen Artikel: per E-Mail mailen | Ausdrucken drucken | Ausdrucken vorlesen