Der Erkältung die Rote Karte zeigen - Vom: 28.11.2016

Der Erkältung die Rote Karte zeigen

Alle Jahre wieder beginnt im Herbst die Hochsaison der Erkältungsviren. Sie attackieren unsere Atemwege, rufen Schnupfen und Husten hervor. Lesen Sie hier, wie Sie die Beschwerden lindern und schneller wieder loswerden.

Ausgelöst wird die klassische Erkältung von Viren. Rund 200 Arten der gemeinen Erreger sind mittlerweile bekannt. Ihnen zu entrinnen ist fast unmöglich, denn Erkältungsviren schwirren in der Luft, die wir einatmen, und lauern überall in der Umgebung: auf der Türklinke, der Computertastatur, dem Smartphone, dem Handlauf der Rolltreppe und, und, und. Kein Wunder also, dass ein Erwachsener im Durchschnitt zwei- bis viermal pro Jahr von einer Erkältung geplagt wird. Bei Kindern, deren Immunsystem noch nicht ausgereift ist, schlagen die Viren noch viel häufiger zu.

Erst Schnupfen, dann Husten

Schnupfen kommt selten allein. Auf Niesreiz und laufende Nase folgt nach einigen Tagen oft ein quälender Husten. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Unsere Atemwege sind eine Einheit. Über Nase und Rachen können die Keime leicht in die tiefer gelegenen Bronchien gelangen und diese angreifen. Besonders lästig: Während andere Erkältungssymptome meist nach etwa einer Woche wieder abklingen, kann der Hustenreiz noch wochenlang anhalten.

Normalerweise handelt es sich bei einer Erkältung – im Gegensatz zur echten Grippe (Influenza) – um eine eher harmlose Erkrankung. Trotzdem sollten Schnupfennasen die Infektion nicht auf die leichte Schulter nehmen oder gar ignorieren. Denn: Der Körper braucht ein gewisses Maß an Ruhe und Schonung, um mit den Viren fertigzuwerden. Wer die Warnsignale des Körpers überhört und im Alltag weiter Vollgas gibt, riskiert besonders schwere Krankheitsverläufe und eventuell auch Komplikationen wie eine bakterielle Zweitinfektion.

Trainingspause einlegen

Weil der Kampf gegen die Erkältungserreger für das Immunsystem ein hartes Stück Arbeit ist, sollte unbedingt auf körperliche Anstrengung und Sport verzichtet werden. Der Grund: Sport, so gesund er normalerweise auch ist, fordert den gesamten Organismus – Herz, Kreislauf, Muskeln müssen hart arbeiten. Ist der Körper bereits durch eine Atemwegsinfektion geschwächt, ist das Aktivprogramm eine zu große Belastung: Wer erkältet ist und trotzdem joggt, Ski fährt oder Tennis spielt, riskiert zusätzliche Erkrankungen. Besonders gefürchtet: eine Herzmuskelentzündung, die lebensgefährlich werden kann.

Profitieren können Erkältete, sofern sie kein Fieber und keine ausgeprägten Schmerzen haben, hingegen von einem kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Bei Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen & Co. gilt jedoch strikt: ab ins Bett und sich gesund schlafen!

Rasch wieder fit

Natürlich möchte jeder, der von einer Erkältung geplagt wird, so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommen. Die schlechte Nachricht: Ein Wundermittel, das die Viren ruck, zuck schachmatt setzt, gibt es leider nicht. Die gute Nachricht: Zahlreiche Hausmittel und rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke können den Erkältungsverlauf günstig beeinflussen und Beschwerden effektiv lindern.

Bei Schnupfen helfen salzhaltige Nasensprays, die Schleimhäute zu befeuchten. Bewährt haben sich auch Nasenspülungen mit Salzwasser. Geeignete Salzpäckchen und die passende Nasendusche gibt es in der Apotheke. Ist die Nase richtig dicht, leisten abschwellende Nasentropfen oder -sprays ausgezeichnete Dienste. Wichtig: Sie sind für die kurzzeitige Anwendung gedacht und sollten maximal fünf bis sieben Tage lang benutzt werden.

Bei Halsschmerzen lautet eine wichtige Regel, die Speichelproduktion anzuregen. Dazu geeignete, natürlich wirksame Mittel sind Lutschpastillen mit Isländisch Moos oder salzhaltige Pastillen. Bei stärkeren Schmerzen können Lutschtabletten oder Rachensprays mit örtlich betäubenden und schmerzstillenden Wirkstoffen sinnvoll sein. Der Apotheker kennt sich aus und kann geeignete Präparate empfehlen.

Den Schleim verflüssigen

Auch gegen Husten gibt es eine Vielzahl wirksamer Arzneimittel, sowohl solche pflanzlichen Ursprungs als auch synthetische Schöpfungen aus dem Chemielabor. Wichtig: Welches Mittel zum Einsatz kommt, hängt nicht nur von den persönlichen Vorlieben ab, sondern vor allem von der Art des Hustens. Trockener Reizhusten darf mit einem Hustenstiller unterdrückt werden. Bei Husten mit Schleimbildung, sogenanntem produktivem Husten, geht es hingegen darum, das Sekret zu verflüssigen und dadurch das Abhusten zu erleichtern. Zähen, festsitzenden Erkältungsschleim zu lösen und abzutransportieren, um das Durchatmen zu erleichtern, ist Aufgabe pflanzlicher Schleimlöser.

Wird die Erkältung von stärkeren Kopf- oder Gliederschmerzen begleitet, kann die Einnahme eines Schmerzmittels erforderlich sein. Nicht nur gegen Schmerzen, sondern auch gegen Fieber helfen Wirkstoffe wie Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure. Der Apotheker weiß, welches Mittel für Sie persönlich infrage kommt.

Viele Patienten können eine Erkältung mit geeigneter Medizin aus der Apotheke gut in Eigenregie auskurieren. Stellt sich nach einigen Tagen trotz Selbstbehandlung allerdings keine Besserung ein oder verschlimmern sich die Beschwerden, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Jüngeren Kindern, Schwangeren und chronisch kranken Menschen ist generell von einer Selbstbehandlung abzuraten – auch bei vermeintlich harmlosen Infekten sollten sie immer eine Arztpraxis aufsuchen.

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