Neurodermitis & Psoriasis - Vom: 23.09.2018

Neurodermitis & Psoriasis

Kranke Haut optimal pflegen

Ob Neurodermitis oder Schuppenflechte: Hautleiden beeinträchtigen die Lebensqualität. Neben einer konsequenten Behandlung braucht chronisch kranke Haut eine gute Basispflege, die sie entlastet, beruhigt und schützt.

Wenn die Haut schier unerträglich juckt, brennt und schmerzt, schwinden Unbeschwertheit und Lebensfreude. Doch nicht nur die quälenden Beschwerden machen Menschen mit chronischen Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Schuppenflechte zu schaffen: Oft lassen sich die krankheitstypischen Entzündungen, Rötungen, Plaques, Bläschen, Schuppen oder Krusten kaum vor neugierigen Blicken verbergen. Das nagt am Selbstwertgefühl, belastet die Psyche und verursacht Stress. Und der wiederum kann dazu führen, dass sich das Hautbild noch weiter verschlechtert – ein Teufelskreis.

Der erste Weg führt zum Arzt

Jede chronische Hautkrankheit muss konsequent und individuell behandelt werden. Welche Medikamente zum Auftragen oder Einnehmen der Dermatologe verschreibt, hängt von vielen Faktoren ab – von Art und Ausprägung des Hautleidens, von der zu behandelnden Körperregion, von den vorherrschenden Beschwerden und vom Alter des Patienten.

Neben verordneten Arzneimitteln spielt immer auch die systematische Hautpflege eine wichtige Rolle. Viele herkömmliche Kosmetika, die die gesunde Haut gut verträgt, sind für Menschen mit entzündlichen Hautleiden allerdings ungeeignet. Eine gute und sichere Wahl für kranke Haut sind medizinische Pflegeprodukte aus der Apotheke. Auch hier gilt: Das Krankheitsbild und der aktuelle Hautzustand entscheiden darüber, welche Körperlotionen, Gesichtscremes und Reinigungsprodukte für die Basispflege infrage kommen.

Neurodermitis: Dem nächsten Schub zuvorkommen

Typisch für die chronisch-entzündliche Hautkrankheit Neurodermitis sind stark juckende Ekzeme, die häufig in Kniekehlen, Ellenbeugen, an den Händen und im Gesicht lokalisiert sind. Die Krankheit beginnt sehr oft im frühen Kindesalter und verläuft in Schüben: Auf nahezu erscheinungsfreie Phasen folgen solche, in denen die Neurodermitis aufblüht. Unterschiedliche Faktoren können einen neuen Krankheitsschub provozieren – Kälte, Hitze, Stress, Allergene, reizende Kleidungsstücke und ungeeignete Kosmetika gehören dazu.

Auch Zinkmangel wird im Zusammenhang mit chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis gesehen: Studien haben gezeigt, dass bei Kindern mit Neurodermitis, von denen ein Großteil bei Behandlungsbeginn einen Zinkmangel aufwies, die tägliche Gabe von zwölf Milligramm Zink über acht Wochen einen positiven Effekt hatte.

Basispflege enorm wichtig

Neben verschreibungspflichtigen Medikamenten gegen akute Hautentzündungen und Juckrei, bildet die Basispflege eine unverzichtbare Säule der Therapie. Sie muss auch dann konsequent erfolgen, wenn die Haut keine Symptome zeigt. Um einen neuen Krankheitsschub möglichst zu verhindern, gilt: Die Hautbarriere durch tägliches Eincremen von außen stärken. Der Griff zu Gesichtscreme und Körperlotion sollte für Neurodermitiker genauso selbstverständlich zur Tagesroutine gehören wie das Zähneputzen.

Rückfettende medizinische Pflegeprodukte aus der Apotheke, die den Mangel der kranken Haut an Fett und Feuchtigkeit ausgleichen, sind eine gute Wahl. Bewährt haben sich zum Beispiel Cremes und Lotionen mit Harnstoff, denn dieser Wirkstoff hilft der Haut, Feuchtigkeit zu binden. Für Babys und Kleinkinder sind harnstoffhaltige Cremes allerdings nicht geeignet. Aber auch Glycerin ist ein guter Hautbefeuchter.

Pflegeprodukte mit Nachtkerzen- und Traubenkernöl, die reich an Omega-6-Fettsäure sind, können die Widerstandskraft der Haut stärken. Weil Neurodermitis-Haut sehr empfindlich ist, sollten sämtliche Basispflege-Produkte ohne möglicherweise reizende und unverträgliche Substanzen wie Duft-, Farb- und bestimmte Konservierungsstoffe auskommen. Für die Reinigung bieten sich milde, seifenfreie Wachlotionen an. Reichhaltige Ölbäder tun ebenfalls gut.

Schuppenflechte: Die Haut unterstützen

Bei Schuppenflechte, Mediziner sprechen von Psoriasis, handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Immunerkrankung, die meistens, aber nicht nur, die Haut betrifft. Bekannt ist, dass sowohl eine genetische Veranlagung als auch Faktoren wie Infekte, Verletzungen oder Stress bei der Entstehung eine Rolle spielen. Durch Fehlleitungen des Immunsystems kommt es zu einer Entzündung, die die Erneuerung der Hautzellen massiv beschleunigt. Dies führt zu den typischen Symptomen: gerötete und verdickte Haut, die schuppt, juckt und manchmal auch schmerzt.

Die Beschwerden können auch an der Kopfhaut auftreten und die Nägel betreffen. Und nicht nur das: Rund 30 Prozent der Patienten entwickeln zusätzlich Gelenkbeschwerden mit Schmerzen und Schwellungen, z. B. in Fingern, Knien oder Zehen. Psoriasis lässt sich nicht heilen, aber gut therapieren. Bei leichten Formen kann der Arzt Cremes, Lotionen, aber auch Bestrahlungen mit UV-Licht und Salzbäder verordnen. Bei stärkeren Ausprägungen reicht die lokale Therapie nicht. Dann kommen Tabletten, Injektionen oder Infusionen zum Einsatz.

Auch für Schuppenflechte gilt: Eine konsequente Hautpflege ergänzt die Therapie. In vielen Pflegeprodukten für Menschen mit Psoriasis ist Harnstoff enthalten, denn er wirkt hornlösend (keratolytisch) und kann so die Regeneration der Haut unterstützen. Ist die Haut sehr trocken, eignen sich fetthaltige Cremes ohne zusätzlich Duft- und Konservierungsstoffe, die die kranke Körperhülle mit Lipiden und Feuchtigkeit versorgen.

Grundsätzlich sollten Menschen mit Schuppenflechte ihre empfindliche Haut behutsam reinigen – also lieber kurz und lauwarm als lang und heiß duschen und auf kräftiges Trockenrubbeln verzichten. Wer gerne badet, sollte einen öl- oder salzhaltigen medizinischen Badezusatz aus der Apotheke ins Wasser geben und nicht zu lange in der Wanne verweilen. Gegen Schuppenflechte auf der Kopfhaut gibt es medizinische Shampoos, die die Schuppen ablösen. Sie sollten allerdings nur nach Rücksprache mit dem Arzt und dem Apotheker zum Einsatz kommen.

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