Endlich Ruhe für den Darm - Vom: 13.07.2017

Endlich Ruhe für den Darm

Funktionelle Verdauungsstörungen wie Völlegefühl, Blähungen oder Bauchkrämpfe plagen viele Menschen. Um ihre Behandlung ranken sich viele Mythen – wir sagen, was stimmt und welche Mittel wirklich helfen.

Menschen mit regelmäßigen Darmbeschwerden wird oft geraten, vermehrt ballaststoffreiche Lebensmittel zu verzehren. In der Tat regen Ballaststoffe die Verdauung an: Sie beschleunigen die Darmpassage, wirken einer Verstopfung entgegen und verbessern die Darmflora. Doch das Motto „Je mehr, desto besser“ gilt bei Ballaststoffen nicht – mehr als 30 Gramm pro Tag sind nicht zu empfehlen. Empfindliche Personen, die zu funktionellen Verdauungsstörungen neigen, sollten Nahrungsmittel mit leicht verträglichen Ballaststoffen bevorzugen (wie Kartoffeln, Blattsalat oder feines Vollkornbrot), aber Kohl, Hülsenfrüchte oder grobes Vollkornbrot meiden.

Nach einem üppigen Essen möchten viele Menschen die Verdauung mit einem Schnäpschen erleichtern. Doch Hochprozentiges hilft leider gar nicht. Im Gegenteil: Ein Schnaps oder Kräuterlikör wirkt lähmend auf Magen und Darm; die Leber muss sich vorrangig um den Abbau des giftigen Alkohols kümmern, die Verdauung wird deshalb verzögert.

Bananen und Bewegung

Die verbreitete Annahme, dass Bananen zu einer Verstopfung führen, ist nicht korrekt. Die krummen Früchte sind bei funktionellen Magen-Darm-Störungen sogar durchaus zu empfehlen, denn Bananen wirken auf natürliche Weise regulierend auf die Verdauung: Sie helfen sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung.

Nach dem Essen sollst Du ruhen: Eine kurze Auszeit nach der Mahlzeit hilft, den Verdauungsprozess in Gang zu bringen. Aber auch Bewegung ist förderlich bei funktionellen Magen-Darm-Problemen. Dabei aber intensive sportliche Aktivitäten wie Joggen direkt nach dem Essen unbedingt vermeiden, da Sport die Verdauung hemmt. Ideal ist ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft. Er wirkt auch gut, um Stress abzubauen – denn Stress schlägt tatsächlich auf Magen und Darm, typische Symptome sind Übelkeit, Magenschmerzen, Darmgrummeln oder Durchfall.

Zu den möglichen Ursachen für Verdauungsbeschwerden zählt auch ein hoher Fettgehalt in den Mahlzeiten. Fett sorgt zwar einerseits für den guten Geschmack, ist aber andererseits schwer abbaubar: Das Essen liegt wie ein Stein im Magen und Darm. Oft hören Betroffene dann den Rat, viele kleine Mahlzeiten über den Tag zu verteilen. Doch auch die Verdauungsorgane brauchen Pausen – besser ist es, die Mahlzeiten jeden Tag etwa um die gleiche Uhrzeit einzunehmen. Dadurch gewöhnt sich der Magen-Darm-Trakt an einen bestimmten Rhythmus und kann effektiver und gleichmäßiger arbeiten. Sehr wichtig ist außerdem, sich für die Mahlzeiten Zeit zu nehmen, langsam zu essen und gründlich zu kauen.

Kümmel und Pfefferminze

Bewährte Helfer bei Verdauungsproblemen sind Heilkräuter wie zum Beispiel Kümmel (botanisch: Carum carvi L.) und Pfefferminze (botanisch: Mentha x piperita L.). So wirken die ätherischen Öle des Kümmels gegen Darmkrämpfe und Blähungen. Außerdem beruhigt Kümmelöl die Nerven des Verdauungssystems und fördert sowohl die Sekretion des Magensaftes als auch die Durchblutung der Darmschleimhaut. Neben Kümmel ist vor allem die Pfefferminze bekannt für ihre lindernde Wirkung bei Verdauungsbeschwerden: Ihre ätherischen Öle entspannen die Darmmuskulatur und wirken krampflösend. Darüber hinaus regt Pfefferminzöl die Verdauung an und fördert den Gallenfluss.

Beide Heilpflanzen bieten noch einen Zusatznutzen: Sie wirken ausgleichend auf die Darmflora. Störende Bakterien, welche funktionelle Darm-Beschwerden noch verstärken können, werden zurückgedrängt – ohne dabei die nützlichen und hilfreichen Keime zu beeinträchtigen. Neben der Wirksamkeit spricht bei schmerzhaften Krämpfen, Blähungen oder Völlegefühl auch die gute Verträglichkeit für einen Therapieversuch mit hochdosiertem Pfefferminz- und Kümmelöl aus der Apotheke.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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