Im Alltag Entlastung meistern - Vom: 17.10.2017

Im Alltag Entlastung meistern

Warum sind wir heutzutage eigentlich bereits zufrieden, nur weil wir gerade eben nicht krank sind? Es müsste uns doch jeder Moment glücklich machen, zu dem es uns körperlich und geistig gut geht. So sind wir leider wohl gegenwärtig nicht mehr gestrickt. Die bewusste Freude allein über das Wohlempfinden gerade hier und jetzt ist uns abhanden gekommen. Wir können akuten Stress, der Blut- und Kreislauffunktionen durcheinanderbringt, nicht mehr abflauen lassen, oft wird das chronisch. Wir nehmen uns die Chance auf selbstheilende Prozesse.

von Claudia Scholtyssek

Die Stress-Achse

Er ist allgegenwärtig und begegnet uns jeden Tag wieder – der Stress. In erster Linie, so scheint es, wirkt er auf unsere Nerven. Wir werden unkonzentriert, machen Fehler, fühlen uns "gegen den Strich gebürstet", sind ungehalten und oft auch ungerecht. Unsere Stimmung ist auf dem Nullpunkt und Freunde schaffen wir uns auf diese Weise auch nicht. Schlimm genug, doch das ist nicht alles, was Stress mit uns anrichtet. Es reagiert darauf nämlich die sogenannte Stressachse (HPA-System), eine Verbindung zwischen drei Hormondrüsen – Hypothalamus (Areal des Zwischenhirns), Hypophyse (im mittleren Teil des Gehirns) und die Nebennierenrinde. Vermehrt werden dann Hormone freigesetzt, die den Blutdruck ansteigen lassen, die Herzfrequenz erhöhen und sich auch auf die Verdauung sowie Stimmung und Gefühle auswirken. Dieser Vorgang ist beispielsweise bei Gefahr wichtig, denn es mobilisiert unsere Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft. Ist der gefährliche Moment vorbei, kehrt das HPA-System rasch in seine Ausgangslage zurück. Nicht jedoch bei dauerhaftem, chronischen Stress, was unter anderem zur Verminderung von Zellen führt, die für unser Immunsystem wichtig sind.

Mind-Body-Konzept

Das legt nahe, dass wir Strategien und Methoden gegen die gesundheitsschädliche Wirkung von Stress brauchen. Nachweislich wirksam ist es, ein Bewusstsein (Mind) für den eigenen Körper (Body) zu entwickeln. Und es bedeutet, das eigene Potenzial zu nutzen, um gesund zu werden und zu bleiben – die in unserem Organismus vorhandene eigene Kraft der Selbstheilung zu nutzen. Mithilfe des Mind-Body-Konzepts, welches die Lebensstilbereiche Ernährung, Bewegung, Entspannung (Yoga, Meditationstechniken), naturheilkundliche Selbsthilfe und psychische Ausgeglichenheit beinhaltet, können wir es lernen, einen Alltag mit regelmäßigen Phasen ohne Stressbelastung zu bewältigen. Das kommt dem Herz-Kreislauf-System, dem Stoffwechsel, der Muskel- und Gelenkgesundheit sowie einer schnellen Wundheilung, dem Abklingen entzündlicher Prozesse und dem Bremsen der Zellalterung zugute. Die messbaren positiven Veränderungen stehen dem gegenwärtig noch weit verbreiteten Vorurteil entgegen, dass Achtsamkeitsübungen kaum etwas bewirken. Die Mind-Body-Medizin trägt tatsächlich in Ergänzung zur Schulmedizin zur Linderung und Heilung vieler Beschwerden bei, von chronischen Leiden bis hin zu Krebserkrankungen.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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