Erste die Haut, dann das Herz? - Vom: 10.02.2019

Erste die Haut, dann das Herz?

Schuppenflechte und Herzinfarkt. Besteht ein Zusammenhang? Rheumatologen meinen: Ja, die Hauterkrankung kann riskant für den ganzen Körper sein.

Wer an Schuppenflechte (Psoriasis) leidet, sollte regelmäßig seinen Blutdruck und seine Blutfettwerte überprüfen lassen. Rheumatologen raten dazu, seitdem eine aktuelle Studie diese Annahme untermauert: Psoriasis-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders dann, wenn sich die chronische Hautentzündung auch auf die Gelenke auswirkt. Bei einer Gelenk-Psoriasis, von der fünf bis zehn Prozent der Patienten betroffen sind, entwickeln sich häufig riskante Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht.

Neue Studie

Ein Forscherteam aus Kanada hat die Sachlage unter die Lupe genommen und mehr als 2.200 Psoriasis-Patienten untersucht, die meisten mit Gelenkbefall. Bei 87 Prozent der Testpersonen stellten sie die gefürchteten Auffälligkeiten fest. »Diese Risikokonstellationen für Herzinfarkte und Schlaganfälle beobachten wir auch bei unseren Patienten in Deutschland«, so Professor Dr. Hanns-Martin Lorenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und Leiter der Sektion Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Er rät: »Behandelnde Ärzte müssen bei Psoriasis-Patienten mögliche Begleiterkrankungen regelmäßig abklären und gegebenenfalls behandeln.« Wichtig sei, Betroffene über die Gefahren für das Herz-Kreislauf-System aufzuklären und sie in der Prävention zu unterstützen. Therapietreue und ein gesunder Lebensstil, sagt er, seien das A und O.

Mehr Informationen: www.dgrh.de

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern
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