Hilfe für das schwache Herz - Vom: 05.12.2018

Hilfe für das schwache Herz

Sie geraten leicht außer Atem, sind immer öfter schnell erschöpft? Dahinter könnte eine Herzschwäche stecken. Ein Arztbesuch bringt Klarheit und ist der erste Schritt zu einer Therapie nach Maß.

Das menschliche Herz ist ein Hochleistungsorgan. Rund 100.000 Mal schlägt es am Tag und pumpt dabei Tausende Liter Blut durch den Körper. Im Laufe des Lebens schafft das faustgroße Organ etwa drei Milliarden Pumpaktionen.

Aber trotz seiner enormen Leistungsfähigkeit ist unser Herz nicht unverwundbar. Im Gegenteil: Viele Menschen bekommen irgendwann – sehr oft im höheren Alter – Probleme mit dem Lebensmotor, z.B. aufgrund einer chronischen Herzschwäche bzw. Herzinsuffizienz. In Deutschland leiden nach Expertenschätzungen zwei bis drei Millionen Menschen darunter. Jährlich werden über 444.000 Patienten mit einer Herzschwäche ins Krankenhaus eingeliefert, rund 45.000 sterben daran.

Viele mögliche Ursachen

Die chronische Herzschwäche ist keine eigenständige Krankheit, sondern die Folge anderer Herzerkrankungen. In etwa 70 Prozent der Fälle entwickelt sie sich aus der koronaren Herzkrankheit (KHK) und Bluthochdruck, allein oder gemeinsam mit Diabetes. Aber auch Herzklappenerkrankungen, eine Herzmuskelentzündung, Vorhofflimmern oder angeborene Herzfehler sind mögliche Ursachen. „Viele herzkranke Menschen kennen weder die Ursachen der Herzschwäche noch die krankheitstypischen Warnzeichen, mit denen sie sich bemerkbar macht“, sagt Professor Thomas Meinertz von der Deutschen Herzstiftung. Der Aufklärungsbedarf sei daher besonders groß.

Warnzeichen erkennen

Typische Alarmsignale, die auf eine Herzschwäche hindeuten, sind Luftnot schon bei leichter körperlicher Anstrengung (z. B. beim Treppensteigen), rasche Ermüdbarkeit, eine Abnahme der Leistungsfähigkeit und Wassereinlagerungen in den Beinen, besonders im Unterschenkel. Viele Betroffene nehmen diese Beschwerden allerdings nicht ernst und schieben sie schlichtweg auf das Alter. Ein großer Fehler, denn: Je früher eine Herzinsuffizienz erkannt wird, umso besser kann man sie mit modernen Therapien aufhalten oder verlangsamen. Deshalb rät Professor Meinertz: „Wer unter Atemnot leidet, sollte umgehend zum Arzt, um zu klären, ob es sich um eine Herzkrankheit handelt.“

Behandlung mit System

Die Behandlung der Herzinsuffizienz gehört in die Hände eines erfahrenen Facharztes, eines Kardiologen. Ziel der Therapie ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen und die Lebensqualität zu erhalten. Zugrundeliegende Krankheiten wie Bluthochdruck oder defekte Herzklappen müssen behandelt, vom Arzt verordnete Medikamente konsequent eingenommen werden. Nach Rücksprache mit dem Arzt und dem Apotheker kann – zusätzlich zu verschriebenen Medikamenten – ein Therapieversuch mit pflanzlichen Weißdorn-Präparaten gestartet werden, um Beschwerden wie Erschöpfung zu lindern.

Auch der Patient selbst kann und sollte einiges tun, um den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen und besser mit schwachem Herzen zu leben. Bekannt ist, dass ein gesunder Lebensstil mit Gewichtsnormalisierung, ausgewogener Ernährung nach dem Vorbild der Mittelmeerküche, Verzicht aufs Rauchen und auf Alkohol ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg ist. Und: Galt früher die Devise, bei Herzschwäche müsse man sich schonen, gelten heute regelmäßige Bewegung und Ausdauersport als hilfreich, um die Beschwerden zu lindern.

In Bewegung bleiben

„Untersuchungen zum regelmäßigen Ausdauertraining an 800 Patienten haben gezeigt, dass sich die Leistungsfähigkeit sogar um zehn bis 25 Prozent verbessern lässt – je nach Intensität und Dauer des Trainingsprogramms“, erklärt Privatdozent Dr. Marcus Sandri, Kardiologe am Herzzentrum Leipzig – Universitätsklinik. „Eine Bewegungstherapie sollte man bei dieser schweren Erkrankung jedoch nur nach gründlicher Untersuchung durch den Herzspezialisten und unter fachlicher Aufsicht beginnen.“

Gibt der Arzt grünes Licht, empfehlen sich Aktivitäten, bei denen viel Bewegung mit vergleichsweise wenig Kraftaufwand möglich ist: Spazierengehen, längeres Wandern, Nordic Walking, Radfahren und bei gut trainierten Patienten auch Skilanglauf. In den ersten Wochen eines Ausdauertrainings sind eine ärztliche Überwachung sowie EKG und Blutdruckmessungen während der Übungen ratsam. Tipp: Das Training in der Herzsportgruppe kann helfen, Ängste abzubauen und bietet die Chance, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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