Reizüberflutung im Gehirn - Vom: 22.06.2018

Migräne mit Aura

Reizüberflutung im Gehirn

Lichtblitze und Zickzack-Linien. Solche oder ähnliche Wahrnehmungsstörungen kennzeichnen die Aura von Migränepatienten. VON SASKIA FECHTE

Funktionsstörung im Gehirn

Ausgangspunkt einer Migräneattacke ist der Hypothalamus im Zwischenhirn. Diese Region wacht über Vorgänge wie den Wach- und Schlafrhythmus, Blutdruck, Atmung und das Schmerzkontrollsystem. Zu viele Reize in diesem Bereich führen dort zur Verengung von Blutgefäßen. Daraufhin wird die Hirnregion schlechter versorgt und reagiert überempfindlich auf Sinneseindrücke wie Licht und Geräusche; Blutgefäße und Nerven in den Hirnhäuten entzünden sich. Die Folge: neurologische Fehlleistungen wie Lähmungen und Gesichtsfeldstörungen, Übelkeit und verschobene Sinneseindrücke. So eine Aura kann bis zu einer Stunde andauern. Das Gehirn erteilt außerdem den irrtümlichen Befehl, schmerzauslösende Botenstoffe freizusetzen – der typische, einseitige Kopfschmerz tritt ein. Übrigens gibt es auch Migräneattacken ohne Kopfschmerz, allein mit Aura.

Aura entsteht in der Sehrinde

Während einer Migräneaura wandern wellenförmige neurologische Effekte an der Großhirnrinde entlang, die so genannte „Streudepolarisierung“ oder „Cortical Spreading Depression (CSD)“. Je nachdem, welche Funktionsstörung im Gehirn bei einem Migräneanfall auftritt, ergeben sich verschiedene Aura-Erscheinungen. So entstehen Ausfälle im Gesichtsfeld durch reduzierte Reaktionen der Sehrinde; Lichtblitze und Flimmern dagegen durch deren erhöhte Aktivität.

Sind Migränepatienten sensibler?

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. spricht von einem „Hochleistungsgehirn“, das – genetisch bedingt – auf Außenreize übermäßig mit Erregung reagiert. Muss es viele Wahrnehmungen verarbeiten, ist es überfordert. Auslöser sind Stress, ein unregelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus, aber auch Hormonschwankungen und ein abrupter Wechsel von An- zu Entspannung.

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Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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