Wenn Tiere Zucker haben - Vom: 20.10.2016

Insulin sollte immer kühl gelagert werden – wird es bei Raumtemperatur aufbewahrt, kann es an Wirkung verlieren.

Wenn Tiere Zucker haben

Diabetes: Nicht nur uns Menschen kann die Stoffwechselerkrankung treffen, sondern auch unsere vierbeinigen Freunde. Dann brauchen Hund und Katze die richtige Therapie.

Herkules war immer ein fröhlicher und aktiver Hund. Spielen, Toben, Schmusen – der quirlige Pudel hielt sein Frauchen ganz schön auf Trab. Doch dann veränderte sich der Vierbeiner, verlor an Gewicht, obwohl er sehr viel fraß. „Herkules trank große Mengen, musste ständig raus zum Wasserlassen und wirkte irgendwie antriebslos“, erinnert sich seine Besitzerin. Der Besuch beim Tierarzt brachte Gewissheit: Herkules leidet unter Diabetes, auch als Zuckerkrankheit bekannt.

Ursache der Stoffwechselerkrankung ist ein Mangel an Insulin. Das lebenswichtige Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und hat bei Mensch und Tier die Aufgabe, den Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Körperzellen zu befördern. Mangelt es an Insulin, ist ein zu hoher Blutzuckerspiegel die Folge. Das ist gefährlich und kann zahlreiche Folgekrankheiten nach sich ziehen.

Herkules ist kein Einzelfall: Zahlreiche Hunde, aber auch sehr viele Katzen leiden an Diabetes. Typischerweise haben vierbeinige Diabetiker vermehrten Durst, trinken große Mengen und produzieren sehr viel Urin. Manche Tiere haben mehr Hunger als üblich, verlieren aber trotzdem an Gewicht. Andere nehmen deutlich zu.

Eine Typ-Frage

Ein Großteil der erkrankten Katzen hat Typ-2-Diabetes. Das bedeutet: Die Bauchspeicheldrüse produziert zwar noch Insulin, aber der Körper spricht nicht mehr ausreichend darauf an. Übergewichtige und ältere Katzen haben ein höheres Risiko. Bei Hunden liegt meist ein Typ-1-Diabetes vor. Das heißt: Sie bilden das lebenswichtige Hormon gar nicht mehr.

Ob Hund oder Katze: Vierbeiner mit Diabetes müssen meist mit Insulin-Spritzen behandelt werden, bei Katzen kommen mitunter auch Insulin-Tabletten infrage. Zudem trägt eine kohlenhydratarme Diät zum Behandlungserfolg bei. Der Arzt kann beurteilen, welches Diabetes-Futter am besten ist.

Frühzeitig erkannt und richtig behandelt, kann sich ein Diabetes bei Katzen häufig wieder zurückbilden. Bei manchen Stubentigern kommt es durch die Zuckerkrankheit aber auch zu Folgekrankheiten, häufig zu Nervenlähmungen in den Hintergliedmaßen. Bei Hunden verschwindet der Diabetes leider nur sehr selten wieder. Die meisten erblinden in den ersten beiden Jahren nach der Diagnose, weil die Krankheit die Augenlinse trübt.

Auch Herkules kann heute nicht mehr so gut sehen wie früher. Doch in seiner gewohnten Umgebung findet sich der Pudel gut zurecht. Und auch an die Insulinspritzen hat sich der niedliche Vierbeiner längst gewöhnt.

Uhrheberrechtliche Hinweise und Impressum
Diesen Artikel: per E-Mail mailen | Ausdrucken drucken | Ausdrucken vorlesen