Zigaretten: Wie der Rauch-Stopp wirklich klappt - Vom: 07.10.2015

Zigaretten: Wie der Rauch-Stopp wirklich klappt

Sie wollen endlich wegkommen von der Zigarette?! Aber wie? Ein Rauchstopp wirft viele Fragen auf. Wir beantworten die wichtigsten und sagen, warum der Abschied vom Glimmstängel mehr Lebensqualität bringt.

Sind ein paar Zigaretten am Tag denn wirklich so schädlich?

Die schlechte Nachricht für Raucher: Auch, wer nur ein paar Zigaretten am Tag qualmt oder Gelegenheitsraucher ist, schadet seiner Gesundheit massiv. Mit jedem Zug am Glimmstängel saugen wir rund 250 giftige Substanzen ein, die über die Lunge sofort in den Blutkreislauf gelangen. Viele davon sich nachweislich krebserregend. Und so steigt zum Beispiel das Risiko für Lungenkrebs und zahlreiche andere Krebsarten auch bei allen, die nur wenig rauchen.

Lohnt sich das Aufhören auch nach vielen Jahren als Raucher?

Auf alle Fälle: Der Rauchstopp bringt auch dann viele Vorteile für Gesundheit und Lebensqualität, wenn man auf eine langjährige „Raucherkarriere“ zurückblickt. Und natürlich profitieren auch ältere und sehr alte Menschen vom Aufhören – und das nicht erst nach vielen Jahren, sondern quasi sofort. Schon Stunden nach der letzten Zigarette werden die Organe wieder besser mit Sauerstoff versorgt und die körperliche Leistungsfähigkeit steigt, bereits nach wenigen Tagen kann man wieder besser riechen und schmecken. Nach einigen Wochen stabilisiert sich der Kreislauf, die Lungenfunktion verbessert sich. Und nach ein paar Monaten lassen Hustenanfälle und Kurzatmigkeit nach – die Lunge wird allmählich gereinigt, die Infektionsgefahr verringert sich. Länger dauert es allerdings, bis die Risiken für Herz- und Krebserkrankungen wieder deutlich reduziert sind.

Muss man unbedingt sofort aufhören – oder reicht es, die Zigarettenkonsum schrittweise zu reduzieren?

Viele Experten sprechen sich für die Schlusspunktmethode aus, bei der ab einem festgelegten Termin gar nicht mehr geraucht wird. Arzneimittel können die Entzugssymptome in der ersten Zeit lindern und so das Durchhalten erleichtern. Es gibt aber auch Untersuchungen, die zeigen, dass ein schrittweiser Abschied vom Glimmstängel ebenfalls Aussicht auf Erfolg haben kann. Wer sich nicht zutraut, von heute auf morgen aufzuhören, sollte mit dem Hausarzt über Möglichkeiten sprechen, schrittweise vom Nikotin loszukommen.

Sind E-Zigaretten eine Alternative?

Nicht wirklich! Auch E-Zigaretten setzen der Gesundheit zu. Sie können beispielsweise die Schleimhäute in Mund und Rachen schädigen. Und auch eine krebsauslösende Wirkung ist nicht auszuschließen. Deshalb warnen HNO-Ärzte davor, den Konsum von E-Zigaretten als unschädlichen Ersatz für richtige Zigaretten zu verharmlosen und bezweifeln auch, dass die „Dampfer“ zur Tabakentwöhnung geeignet sind. Hinzu kommt, dass die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen bisher noch unbekannt sind.

Welche Strategien können den Start in ein rauchfreies Leben erleichtern?

Für viele ist die Unterstützung des Partners, von Freunden oder der Familie Gold wert. Denn wer von seinen Mitmenschen zum Durchhalten ermutigt und für Erreichtes gelobt wird, dem fällt es oft leichter, stark zu bleiben. Ein Ansporn kann es auch sein, sich persönliche Etappenziele zu stecken und sich dann auch zu belohnen, wenn ein Ziel erreicht ist – etwa mit einem schönen Kleidungsstück oder einem Theater- oder Kinobesuch. Manchen Menschen hilft es auch, das eingesparte Zigarettengeld Tag für Tag in ein Sparschwein zu stecken und zu sehen, wie es sich allmählich füllt. Wer es nicht alleine schafft, vom Glimmstängel loszukommen, kann sich beispielsweise an den Hausarzt oder die Krankenkasse wenden. Mittlerweile werden vielerorts spezielle Kurse zur Rauchentwöhnung angeboten und die Kosten oft sogar von der Krankenkasse übernommen.

Welche Arzneimittel können helfen?

Der Arzt kann Medikamente zur Rauchentwöhnung verschreiben. Sie können den Rauchstopp nachweislich erleichtern, aber natürlich sind auch Nebenwirkungen möglich. Deshalb ist die Beratung durch den Arzt wichtig, der gemeinsam mit dem Patienten entscheiden kann, ob eine Rauchentwöhnung mit diesen Arzneimitteln infrage kommt.

Und was leisten Nikotinersatz-Präparate?

Arzneimittel wie Nikotinpflaster, -kaugummis und -tabletten führen dem Körper Nikotin zu und mindern so in der ersten Zeit nach dem Aufhören Entzugssymptome und Rauchverlangen. Das kann das Durchhalten erheblich erleichtern. Abhängig von der Anzahl der bisher gerauchten Zigaretten gibt es die Mittel in unterschiedlichen Wirkstärken. Sehr starke Raucher können auch bestimmte therapeutische Nikotinersatz-Präparate miteinander kombinieren. Wichtig ist, dass die Arzneimittel ausreichend lange angewendet werden, sonst steigt die Gefahr, rückfällig zu werden. Ihr Apotheker kann geeignete Nikotinersatz-Präparate empfehlen.

Nimmt man nach dem Rauchstopp unweigerlich zu?

Fakt ist, dass sich der Stoffwechsel nach dem Verzicht aufs Nikotin umstellt. Ein Raucher verbraucht mehr Energie als ein Nichtraucher, unter anderem, weil sein Herz beim Rauchen erheblich schneller schlagen muss. Auch der Appetit nimmt bei vielen ehemaligen Rauchern wieder zu. Genau diese Faktoren führen dazu, dass Ex-Raucher oft tatsächlich ein paar Kilo zunehmen. Das ist sicher ärgerlich, doch kein Grund, wieder zur Kippe zu greifen: Wer mehr Bewegung ins Leben bringt und auf eine ausgewogene, nicht zu kalorienreiche Ernährung achtet, ist die überflüssigen Pfunde oft schnell wieder los. Tipp: Viele Kalorien lassen schon beim Trinken einsparen. Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees sind gut für die schlanke Linie.

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