Das ABC der Fettverdauung - Vom: 14.09.2017

Das ABC der Fettverdauung

Fett ist schwer verdaulich, doch Leber und Galle kriegen auch den dicksten Brocken klein. Wie die Organe zusammenarbeiten, was sie belastet und was die Fettverdauung fördert, erfahren Sie hier – übersichtlich nach Alphabet.

Arbeitsteilung:

Die Arbeit von Leber und Galle spielt bei der Fettverdauung die zentrale Rolle. In der Leber wird Gallenflüssigkeit gebildet, die für die Verdauung von Nahrungsfetten benötigt wird. Feine Gallenkanäle sammeln den grünlichen Gallensaft und führen ihn über den Hauptgallengang in den Darm, das Zentrum der Fettverdauung. Solange wir nichts essen und somit auch nichts verdauen müssen, wird die Gallenflüssigkeit in der Gallenblase zwischengespeichert.

Bitterstoffe:

Diese natürlichen Substanzen kommenin zahlreichen Pflanzen vor und genießen einen ausgezeichneten Ruf als wertvolle Verdauungshelfer. Aus gutem Grund, denn Bitterstoffe fördern die Bildung von Magensaft, regen den Gallenfluss an und unterstützen so auch die Fettverdauung. Gut für die gesunde Verdauung ist es, öfter mal bittere Lebensmittel wie Endiviensalat, Artischocken, Radicchio und Rosenkohl auf den Tisch zu bringen. Bitterstoffe stecken auch in Heilpflanzen wie Löwenzahn- und Enzianwurzel, Schafgarben- und Wermutkraut. In pflanzlichen Fertigarzneimitteln und Arzneitees entfalten bitterstoffhaltige Heilkräuter ihre wohltuende Wirkung. Der Apotheker kann entsprechende Mittel empfehlen.

Cholesterin:

Diese fettähnliche Substanz stellt der Organismus zu drei Vierteln selbst her, in erster Linie in der Leber; ein Viertel bezieht er aus der Nahrung. Cholesterin hat nämlich wichtige Aufgaben zu erfüllen, ist beispielsweise am Aufbau der Zellen beteiligt und wird vom Gehirn benötigt. Außerdem ist Cholesterin ein wichtiger Ausgangsstoff für die Produktion von Gallensäuren, die bei der Fettverdauung eine Hauptrolle spielen. Schaffen die Gallensäuren es nicht, Cholesterin in Lösung zu halten, bilden sich in der Gallenblase oder den Gallengängen Cholesterinsteine.

Gallenblase:

Das birnenförmige Hohlorgan unterhalb der Leber ist nicht lebenswichtig. Muss die Gallenblase operativ entfernt werden, etwa weil sie chronisch entzündet ist, kann der Mensch dennoch gesund steinalt werden. Die Aufgabe der Gallenblase besteht darin, den hier zwischengespeicherten Gallensaft einzudicken. Sobald wir eine fettreiche Mahlzeit genießen, zieht sich die Gallenblase zusammen und gibt die Flüssigkeit portionsweise an den Darm ab.

Heilpflanzen:

Es gibt zahlreiche Arzneipflanzen, deren Inhaltsstoffe den Gallenfluss anregen können. Zu den bekannten Unterstützern der Fettverdauung zählen Artischockenblätter und Kurkumawurzel. Der Apotheker weiß, welche pflanzlichen Präparate bei Problemen mit der Fettverdauung helfen können.

Leberfunktionen:

Die Herstellung von Gallensäuren ist nur eine von zahlreichen Aufgaben der Leber, die nicht umsonst als „Zentrum des Stoffwechsels“ bezeichnet wird. In der größten Drüse des menschlichen Körpers wird rund um die Uhr produziert, gespeichert, gefiltert, abgebaut und umgewandelt. Unter anderem bildet die Leber Hormone, speichert Nährstoffe und wandelt schädliche und giftige Substanzen in ungiftige um. Der Abbau von Alkohol gehört zu den bekanntesten Aufgaben des rund anderthalb Kilogramm schweren Organs.

Nahrungsfette:

Die Verdauung von Fetten aus dem Essen beginnt bereits im Magen, wo sie in kleinere Bestandteile aufgespalten werden. In den oberen Darmabschnitten findet die hauptsächliche Fettverdauung statt. Hier werden die Nahrungsfette mit Gallenflüssigkeit und Bauchspeichel vermischt, damit sie zerlegt werden können. Gerät die Fettverdauung ins Stocken und verweilen die Nahrungsfette unverdaut im Darm, kann es zu äußerst unangenehmen Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Bauchschmerzen kommen.

Silymarin:

Dieses Gemisch aus leberschützenden Substanzen ist in Trockenextrakten aus Mariendistelfrüchten enthalten, die bei der Behandlung von Lebererkrankungen unterstützend eingesetzt werden. Unter anderem wirkt Silymarin aktiv an der Neubildung von Leberzellen mit. Kaum zu glauben: Die Leber ist tatsächlich in der Lage, sich in gewissem Umfang selbst zu erneuern. Durch diese beeindruckende Fähigkeit unterscheidet sich die widerstandsfähige Drüse von anderen Organen.

Übergewicht:

Wer zu viel auf die Waage bringt, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, eine Fettleber zu entwickeln. Dabei lagert sich Fett in den Leberzellen ab, was eine Leberentzündung zur Folge haben kann. Auch der Leber zuliebe sollte also Körpergewicht reduziert werden.

Vollwertige Kost:

Wer ausgewogen, abwechslungsreich und vollwertig isst, erleichtert dem Leber-Galle-System die Arbeit und hält die Verdauungsorgane fit. Empfehlenswert ist es, reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukte auf den Tisch zu bringen, da diese Lebensmittel reich an wertvollen Vital- und Ballaststoffen sind. Ebenfalls auf den gesunden Speiseplan gehören Fisch, frische Kräuter und hochwertige Pflanzenöle zum Kochen und für den Salat. Zurückhaltung ist hingegen bei fettlastigen und zuckerreichen Genüssen angesagt. Denn wer es damit übertreibt, riskiert nicht nur Verdauungsbeschwerden, sondern auf Dauer auch eine Fettleber.

Verdauungsstörungen sind in unserer Wohlstandsgesellschaft nicht selten durch eine Verfettung der Leber bedingt – auch ohne dass man Alkohol trinkt. Mehr erfahren Sie au fwww.ratgebergesund.de.

Quelle: https://www.ratgebergesund.de/

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