Typ-2-Diabetes: Hohes Risiko auch bei Schlanken - Vom: 07.10.2017

Typ-2-Diabetes: Hohes Risiko auch bei Schlanken

Schlank bedeutet nicht per se auch gesund: Einer neuen Studie zufolge hat fast jeder fünfte schlanke Mensch einen geschädigten Stoffwechsel und damit ein erhöhtes Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Einen Hinweis darauf geben dünne Beine.



Etwa 18 Prozent der schlanken Studienteilnehmer hatten einen gestörten Stoffwechsel und zeigten zwei oder mehr Risikoparameter des metabolischen Syndroms. Zu diesen zählen bauchbetonte Fettleibigkeit, ein gestörter Fettstoffwechsel, Bluthochdruck, Insulinresistenz beziehungsweise gestörte Glukosetoleranz. Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes sei im Vergleich zu Stoffwechsel-Gesunden um mehr als das Dreifache erhöht. Es sei sogar höher als das von metabolisch gesunden übergewichtigen Menschen, wie die Forscher der Universität Tübingen, des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung und des Helmholtz Zentrums München in der Fachzeitschrift Cell Metabolism berichten.



Ein genauerer Blick auf Körperfett, Fettverteilung und dem Fettanteil in der Leber zeigte, dass bei Betroffenen offenbar eine Fehlfunktion bei der Fettspeicherung vorliegt, sodass kaum Fett am Oberschenkel anlagert wird. Bei Menschen mit Übergewicht seien dagegen eine nicht-alkoholische Fettleber und ein erhöhter Bauchfettanteil die größten Risikofaktoren für eine Stoffwechselstörung, so die Forscher. Aufgrund ihrer Erkenntnisse empfehlen sie, dass schlanke Menschen, bei denen zwei oder mehr Parameter des metabolischen Syndroms vorliegen und die kaum Fett an den Beinen speichern, sorgfältig untersucht werden, um mögliche Stoffwechselerkrankungen früh zu erkennen. Darüber hinaus sei es wichtig, die unterschiedlichen Untergruppen von schlanken und übergewichtigen Menschen für klinische Studien zu definieren, um das metabolische Risiko von schlanken und übergewichtigen Menschen besser abzugrenzen und so passende Empfehlungen hinsichtlich des Lebensstils und der medizinischen Behandlung geben zu können.

Quelle: aponet.de

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