Beruhigende Pflanzen - Vom: 30.09.2018

Beruhigende Pflanzen

Viele Autoimmunerkrankungen beeinträchtigen das Hautbild – unmittelbar oder als Nebenerscheinung. Es gibt nicht nur Kortison. Bühne frei für die Natur!

Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Psoriasis (Schuppenflechte), Sklerodermie („harte Haut“) und Systemischer Lupus erythematodes stehen direkt mit charakteristischen Hautveränderungen in Verbindung. Auch viele andere Autoimmunerkrankungen sind von Ekzemen oder Schuppenbildung begleitet, selbst wenn sie hauptsächlich Schilddrüse, Darm oder Gelenke betreffen. Hautläsionen und -entzündungen, die im Rahmen der selbstzerstörerischen Krankheiten auftreten, schränken das Wohlbefinden und die Lebensqualität erheblich ein. Zudem fühlen sich viele Patienten mit chronischen Hautbeschwerden nicht ausreichend medizinisch versorgt oder erhalten Therapien, die nicht auf ihre speziellen Anforderungen ausgerichtet sind.

Pflege und Nährstoffe für irritierte Haut

Salben und medizinische Pflegeprodukte gehören zur Standardtherapie bei chronischen Hautbeschwerden. Deren Inhaltsstoffe beruhigen das gereizte Organ und liefern Substanzen, die die Regeneration der Hautzellen anregen. Regelmäßige Bäder mit Meersalz oder basischen Zusätzen können das Abheilen von entzündeten Hautregionen beschleunigen. Hochwertige Pflanzenöle wie Kokos- und Jojobaöl sowie Aloe vera spenden wertvolle Fettsäuren und Feuchtigkeit. Wickel und Packungen mit Heilerde, sowie deren innerliche Anwendung, können zusätzlich positive Effekte bei der Behandlung von Psoriasis & Co. erzielen.

Balance aus der Natur

Ausgewählte Heilpflanzen dämpfen übermotivierte Abwehrkräfte und regen den Hautstoffwechsel an. Bekannt für ihre immunmodulierenden Eigenschaften sind Echinacea, Taigawurzel und Tragant. Bei entzündlichen Prozessen haben sich Teufelskralle, Weidenrinde sowie ein Mix aus Pappel, Esche und Goldrute bewährt. Die antientzündliche Wirkung von Kurkuma scheint bei Hauterkrankungen ebenfallszu helfen. In der Therapie von Schuppenflechte sind positive Effekte durch Kamille, Ringelblume, Mahonie und Zaubernuss bekannt. Einige dermatologische Kliniken setzen auf Aromatherapie mit Sandelholz. Weiterhin verdienen Homöopathie, Kräutermischungen nach Traditioneller Chinesischer Medizin und Vitalpilze in der Therapie von wiederkehrenden Hautproblemen eine Chance.

Weihrauch für Problemhaut

Das Geschenk der Heiligen Drei Könige hat einen festen Platz in der medizinischen Hautpflege. Johannes Ertelt, Leiter der Heidelberg-Apotheke in Bisingen, bestätigt die Wirkung bei Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis: „Weihrauch enthält verschiedene entzündungshemmende Wirkstoffe. Hochwertige Weihrauchzubereitungen können gereizte und gerötete Haut sowie Trockenheit und Juckreiz reduzieren.“ Weihrauch-Wirkstoffe beeinflussen allergisch-entzündliche Situationen positiv, nehmen das Spannungsgefühl und helfen bei der Regeneration. Der Apotheker empfiehlt Weihrauch-Creme therapiebegleitend zur Intensivpflege von psoriatischer Haut. 

Sorgfältige Pflege ist unerlässlich

Cathrin Häusser, pharmazeutisch-technische Assistentin in der Apotheke Weissach, berät regelmäßig Kunden mit chronischen Hauterkrankungen. „Viele Autoimmunerkrankungen zeigen sich auf der Haut“, erläutert die PTA. Vor allem an Stellen, die oft gedehnt oder mechanisch durch Kleidung gereizt werden, bilden sich Entzündungen. Die Expertin weiß: „Bei Psoriasis ist die richtige Pflege wichtig und zeitintensiv. Um die Haut nicht zusätzlich auszutrocknen, bitte nicht zu heiß und nicht zu lange duschen oder baden.“ Für ein Vollbad empfiehlt Cathrin Häusser salz- oder ölhaltige Badezusätze. Zur Reinigung parfümfreies Duschgel und Shampoo für empfindliche Haut. Medizinische Schuppenflechte-Shampoos für die Kopfhaut müssen länger einwirken. „Anschließend die Haut mit einem weichen Handtuch nur trocken tupfen“, lautet ihr Rat, „und direkt im Anschluß eincremen.“ Besonders bewährt haben sich fetthaltige Cremes, die Urea enthalten. Der Harnstoff verbessert den Feuchtigkeitsanteil in der Haut und fördert die Regeneration. Auch von hochwertigen Ölen wie Nachtkerzen-, Mandel- oder Jojobaöl hält sie viel. Die passenden Pflegeprodukte und eine umfassende Beratung erhalten Sie in der Apotheke. Abschließend rät die PTA: „Sprechen Sie immer mit ihrem Arzt, bevor Sie neue Pflegeprodukte verwenden.“

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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