Der „falsche Biss“ - Vom: 01.03.2017

Der „falsche Biss“

Eine falsche Bisslage liegt vor, wenn die Verzahnung von Ober- und Unterkiefer (Okklusion) nicht harmonisch zusammenpasst. Der Körper versucht dennoch, durch Anpassungen oder Verschiebungen einen harmonischen Biss herzustellen. Dadurch kommt es zu Verspannungen der Kau-, Gesichts- und Kopfmuskulatur. Dies kann zu Schmerzen am Kopf, im Nacken oder auch am Rücken führen. Diese Symptome werden häufig als Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet. Eine frühzeitige Behandlung und Diagnose sind wichtig, damit die Beschwerden nicht chronisch werden.

Die Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für Fehlokklusionen. Seelischer Stress ist die häufigste Ursache. Zähneknirschen, -pressen oder -reiben können zum falschen Biss führen. Zahnsubstanz geht dann verloren, die Zähne werden stark abgenutzt und empfindlich gegen Kälte und das Zahnfleisch kann zurückgehen. Es kommt zu einer Bisssenkung. Fehlende Zähne können genauso zu Fehlkontakten führen. Zähne können in die Lücke kippen, sich verlängern oder auseinanderwachsen. Eine weitere Ursachen für eine Verschiebung der Bisslage sind zu hohe Füllungen oder Kronen. Auch kieferorthopädische Veränderungen der Bisslage können einen falschen Biss auslösen. Vom Skelettsystem ausgehende funktionelle Störungen, wie Haltungsschäden oder ein Beckenschiefstand, können sich negativ auf die Kaufunktion auswirken.

Folgen des falschen Bisses

Ein falscher Biss geht oft mit Kiefergelenkknacken oder -reiben einher. Schmerzen in der Kaumuskulatur und im Kiefergelenk können entstehen. Es kann zu Ohrgeräuschen (Tinnitus) und Schwindel kommen. Beschwerden im Stütz- und Bewegungsapparat sind nicht selten, wie Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen sowie Hüft- und Knieschmerzen.

Optimierung der Bisslage

Um den richtigen „Biss“ wieder herzustellen, schleift Ihr Zahnarzt gegebenenfalls die Zähne etwas ein oder passt den Zahnersatz an. Oftmals wird das Zähneknirschen mit einer Aufbissschiene aus Kunststoff behandelt, um die Zahnreihen auf Abstand zu halten. Diese wird vor allem nachts getragen und bereits nach kurzer Zeit lassen die Beschwerden in der Regel nach.

Interdisziplinäre Behandlung

Liegt ein falscher Biss vor, sind spezialisierte Zahnärzte die richtigen Ansprechpartner. Der Biss kann mit einem speziellen Schienenverfahren wieder so rekonstruiert werden, wie er früher einmal war. Die fachgerechte Korrektur des Fehlbisses lindert oder behebt die Beschwerden nachhaltig. Je nach Ausmaß der Fehlokklusionen können weitere interdisziplinäre Untersuchungen bei Orthopäden, Osteopathen, Kieferorthopäden, Kieferchirurgen und HNO-Ärzten notwendig werden. Die Diagnose und Therapie besonders bei chronischen Schmerzen, denen keine eindeutige Ursache zugeordnet werden kann, sollte interdisziplinär erfolgen.

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